Funktionsweise des Bitcoins

Im letzten Newsletter berichteten wir vom „Bitcoin Future“.
Immer wieder taucht dieser Bitcoin in den Medien auf, aber was genau ist das? Was steckt dahinter und wie funktioniert er? Genau das möchten wir euch heute kurz in unserem Newsletter erklären.
Die Transaktionen werden dabei in Blöcken zusammengefasst. Jeder Block ist durch eine eigene individuelle Info (Hash) identifizierbar. Jeder nachfolgende Block verweist dann auf den vorhergehenden, wodurch die Blockkette (block chain) entsteht.

 

Bsp. anhand einer Transaktion von A nach B:

Die Netzwerkteilnehmer, auch Miner genannt, konkurrieren nun miteinander. Beide möchten die Transaktion von A prüfen und bestätigen. Sie betreiben dabei das Bitcoin-Netzwerk, indem sie mehrere Transaktionen zusammenfassen und validieren und im Anschluss sichern. Neue Transaktionen werden in einem neuen Block dokumentiert und an das Ende der Kette angehängt. Schafft das einer der Miner, wird er in Form von momentan 12,5 Bitcoins belohnt. Da ein dezentrales Netzwerk vorherrscht und mehrere Miner vorhanden sind, liegt die Blockchain nie auf einem einzigen Rechner.

Schon gewusst? In Frankfurt auf der allbekannten „Fressgass“ gibt es ein Kaffee, in dem Kunden mit Bitcoins bezahlen können. Auch die Nord LB bietet ihren Mitarbeitern nun an, mit der imaginären Währung ihre Speisen zu bezahlen.


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Bitcoin-Future kommt & Vorbereitung des Börsengangs von Siemens Healthcare



Bitcoin-Future kommt

Am 18. Dezember soll es soweit sein: Es wird erstmals Terminkontrakte auf die Digitalwährung Bitcoin (Referenzkurs BRR Bitcoin Reference Rate) geben. Dies teilte die Chicagoer Terminbörse (CME) am Freitag mit. Im Vorfeld habe sie eng mit der US-Regulierungsbehörde CFTC kooperiert. Nach dieser Nachricht verteuerte sich der Bitcoin am Freitag zeitweise um knapp elf Prozent auf 10.741 Dollar. Laut Timo Emden, Deutschland-Chef des Online-Brokers DailyFX, könnten viele weitere Bitcoin-spezifische Produkte zeitnah folgen, um die breite Masse der Anleger zu bedienen.
Seit Jahresbeginn hat die Kyptowährung ihren Wert bereits verzehnfacht und ist vergangene Woche erstmals über 11.000 US-Dollar gestiegen.
Während die Einen die Chance des Bitcoins für institutionelle Anleger sehen, kritisieren Vertreter von Regulierungsbehörden und Notenbanken in Europa eher den spekulativen Charakter des Bitcoins. Beispielsweise vergleicht Jamie Dimon, Chef von JP Morgan, den aktuellen Hype um Bitcoins mit der Tulpen-Manie.

Vorbereitung des Börsengangs von Siemens Healthcare

Der Aufsichtsrat von Siemens hat am vergangenen Mittwoch entschieden, den Börsengang ihrer Medizintechnik Sparte an der Frankfurter Wertpapierbörse vorzubereiten. Zuvor wurde auch ein Börsengang in New York in Erwägung gezogen. Die Medizintechnik-Sparte wurde bereits vor fast drei Jahren von Siemens ausgegliedert und wurde nun in „Siemens Healthineers AG“ umfirmiert.
Es wird vermutet, dass der für das erste Halbjahr 2018 geplante Börsengang von Siemens Healthcare einer der größten seit Jahren in Deutschland werden könnte. Der Wert von Siemens Healthcare wird auf ca. 40 Milliarden Euro geschätzt. Zunächst sollen bis zu 25% der Aktien über die Frankfurter Börse verkauft werden. Davon kommt ein Teil aus dem Altbesitz von Siemens, der andere Teil aus einer Kapitalerhöhung, damit dem neuen Unternehmen notwendige finanzielle Mittel zur Verfügung stehen. Man rechnet mit einem Volumen von 10 Milliarden Euro.
Wenn der Börsengang von Siemens Healthineers gemeistert ist, wird es zu einem Kandidaten für den Dax. So würde Siemens mit zwei Werten im Deutschen Leitindex vertreten sein, wie auch Fresenius mit der Tochtergesellschaft Fresenius Medical Care.

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Quantitative Easing in Japan & Anstieg der IPOs in Italien

Quantitative Easing in Japan

Vor fünf Jahren wurde Shinzo Abe zum Premierminister Japans gewählt. Mit ihm begannen die sogenannten Abenomics, ein Paket aus erhöhten Staatsausgaben, politischen Reformen und vor allem expansiver Geldpolitik. Die Bank of Japan kaufte seitdem besonders viele Staats- und Unternehmensanleihen und investierte in Aktienfonds. Der Nikkei 225 legte in Folge dessen seit 2012 um über 140% zu. Besonders exportorientierte Unternehmen konnten von dem resultierenden schwachen japanischen Yen (-30% zum USD) profitieren. Aber auch realwirtschaftliche Effekte, wie ein steigendes BIP (+11%) und eine niedrige Arbeitslosigkeit von 3% konnten durch das Programm erreicht werden.¹ Der Preis dieser Politik sind eine anhaltend hohe Staatsverschuldung von momentan 240% des BIPs und eine extrem hohe Bilanzsumme der japanischen Zentralbank (siehe Grafik oben).² Diese liegt mittlerweile bei 518 Trillionen JPY und damit über der der FED und nur ca. 10% unter der Bilanzsumme der EZB, welche für den gesamten EURO-Raum (und damit fast mehr als die doppelte Wirtschaftsleistung) zuständig ist.³ Abe wurde wohl auch aufgrund dieser guten Wirtschaftsdaten im Oktober deutlich wiedergewählt. Das Hauptziel seiner Politik, eine Inflation von 2%, hat er aber selbst mit so viel Geld nicht erreichen können (aktuell +0,7%).

Anstieg der IPOs in Italien

In vergangenen Newslettern berichteten wir öfter darüber, dass immer weniger Unternehmen und auch Start-ups den Gang an die Börse wagen. Ausgerechnet in Italien, wo viel über kriselnde Banken berichtet wurde, hat sich zu dieser Entwicklung ein Gegentrend gezeigt. So wurden an der Borsa Italiana in Mailand seit Jahresbeginn bereits 24 Unternehmen neu an der Börse gelistet. Grund könnten sogannente PIRs sein⁴, steuerpriveligierte Anlageformen, die in diesem Jahr von der italienischen Regierung eingeführt wurden. Sie sehen unter anderem vor, dass ein gewisser Anteil in italienische Firmen bzw. kleine und mittelständische Firmen investiert werden muss. 7,5 Mrd. EUR ⁵ sind seit Anfang des Jahres bereits in diese Anlageform geflossen. Ob diese staatliche Maßnahme sich auch nachhaltig auf die Aktienentwicklungen auswirken wird, muss sich erst noch zeigen. Der FTSE MIB, Leitindex Italiens mit 40 Unternehmen, hat den DAX im YTD-Vergleich bereits um rund 3 Prozent bei leicht höherer Volatilität outperformed.

¹ https://www.economist.com/news/finance-and-economics/21731419-growth-has-pickedup-not-inflation-what-five-years-abenomics-has-and-has
² http://www.deutschlandfunk.de/wahl-in-japan-klarer-sieg-fuer-abenomics.769.de.html? dram:article_id=398930
³ https://tradingeconomics.com/japan/central-bank-balance-sheet
⁴ https://www.economist.com/news/finance-and-economics/21731674-private-equity-firms- and-special-purpose-vehicles-also-do-their-bit-italys-new
⁵ http://www.investmenteurope.net/regions/italy/italys-pir-funds-capitalising-on-newinstruments

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Geely und die fliegenden Autos & bei Siemens brennt die Luft

Geely und die fliegenden Autos

Geely ist ein chinesischer Automobilhersteller, der in den letzten Jahren Marken wie Volvo (in 2013) und Lotus (in 2017) zugekauft hat. Aber auch die Eigenmarken Emgrad, Englon, Panda und Shanghai Maple erfreuen sich besonders in China großer Beliebtheit.
Am Montag, dem 13. November, bestätigte die Volvo-Mutter Geely die Übernahme des Start-Ups Terrafugia. Terrafugia ist ein von fünf MIT-Absolventen gegründetes Unternehmen mit dem Ziel, das erste fliegende Auto auf den Markt zu bringen. Terrafugias Pläne sehen vor, 2019 ein erstes Modell zu veröffentlichen. Dieses Modell wird jedoch einem Flugzeug mehr ähneln als einem Auto. Erst in 2023 soll das erste VTOL (Senkrecht-Start-und-Landung)-Fahrzeug auf dem Markt erscheinen. Trotz des chinesischen Käufers soll Terrafugia’s Hauptsitz weiterhin in den USA bleiben und man soll auch künftig unabhängig an der Mission arbeiten, ein Auto mit Flugeigenschaften zu bauen. Dennoch wurde ein neuer Vorstand und CEO eingesetzt.
Ein weiteres Plus: Bereits in der letzten Woche hat die Ratingagentur Moody’s erklärt, dass die letzten Käufe von drei neuen chinesischen Motoren- und Getriebefabriken zu keiner direkten Ratingveränderung führen werden.
Die Aktie startete in das Jahr (02.01.) mit einem Kurs von 0,90 €. Nach einem stetigen Kursanstieg erreichte der Wert Anfang Oktober seinen Höchststand von 3,04 € und korrigierte sich dann im Verlauf des Monats auf 2,50 €. Ende dieser Woche verpasste die Aktie einen neuen Höchststand mit einem Wert von 3,03 € nur knapp. Der Umsatz im Jahr 2017 soll um 67 Prozent steigen. In 2018 ist ein Wachstum von 54 Prozent in Aussicht gestellt.
Wir dürfen also gespannt sein, ob sich der Trend der Aktie in den nächsten Wochen fortsetzen wird.

Bei Siemens brennt die Luft

Siemens konkretisierte seine Sparpläne und gab bekannt, im Laufe der nächsten Jahre über 6900 Stellen zu streichen, 6100 davon in der Kraftwerkssparte, die unter der Energiewende leidet. Besonders betroffen ist Sachsen, denn die Turbinenwerke in Görlitz und Leipzig sollen geschlossen werden. Das Werk in  Erfurt soll verkauft werden. Weitere Stellen werden in  Berlin, Offenbach, Erlangen und Mülheim an der Ruhr gestrichen.
Schon seit Anfang November, nachdem der Sparkurs angekündigt wurde, wird ein stetiger Kursabfall verzeichnet. Begleitet von Streiks fiel der Kurs der Aktie im Laufe der Woche von 117,05 € auf 115,02 €.

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Ubisoft vs. Vivendi & Apple feiert Verkaufsjubiläum

Ubisoft vs. Vivendi

In der virtuellen Welt der erfolgreichen Computerspiele wie Assassin’s Creed wird die Heldenfigur vor mächtige Gegner und schwierige Kämpfe gestellt. Auch das dahinterstehende Unternehmen Ubisoft sieht sich großen Herausforderungen gegenüber. Der französische Spielehersteller kauft seine Aktien zurück, was den Aktienkurs nach oben treibt. Das Ziel ist es bis zum Ende des Jahres 4 Mio. Papiere vom Markt zu nehmen. Mit diesem Plan möchte Ubisoft seine eigenen Anteile stärken, um die feindliche Übernahme durch den Medienkonzern Vivendi abzuwehren. Das ebenfalls französische Unternehmen hält aktuell rund 27 Prozent aller Aktien. Sobald die Grenze von 30 Prozent überschritten wird, muss Vivendi gemäß französischem Recht dem Spielehersteller ein Kaufangebot unterbreiten. Im anderen Fall müssen die Aktien unverzüglich verkauft werden. Vivendi wird sich laut Expertenmeinungen das lukrative Geschäft wohl nicht entgehen lassen. Im vergangenen Jahr hatte Ubisoft einen Umsatz von 109 Mrd. Dollar. Zudem hat die Nachrichtenplattform Newzoo das weltweite Wachstum des Gaming-Marktes für 2017 auf rund 22 Prozent geschätzt.1

 

Apple feiert Verkaufsjubiläum

Apple fiebert seinem zehnjährigen Verkaufsjubiläum in der iPhone-Sparte entgegen. Gefeiert wird diese mit der Markteinführung seines bisher teuersten Smartphone, dem iPhone X. Der Mindestpreis beläuft sich auf 1.149 Euro für ein Gerät. Die Kunden sind jedoch nicht abgeschreckt, denn die Nachfrage ist sehr groß. In diesem Zusammenhang berichtete Apple immer wieder über Produktionsengpässe. Im vergangenem Quartal konnte ein Gewinnwachstum von rund 19 Prozent verzeichnet werden. Am letzten Donnerstag erlebte die Apple-Aktie im nachbörslichen Handel ein Rekordhoch. Mit einer Marktbewertung von 868 Mrd. Dollar stellt Apple nicht nur den Konkurrenten Samsung Electronics mit einer Bewertung von 350 Mrd., sondern auch den Google-Mutterkonzern Alphabet mit 720 Mrd. in den Schatten.2

¹ Euro am Sonntag, 4.-10. November 2017, Nr. 44, S. 24
² Euro am Sonntag, 4.-10. November 2017, Nr. 44, S. 13

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Ergebnisse des dritten Quartalsberichts 2017 von Tesla, Inc.

Q3 Ergebnisse von Tesla, Inc.

Am Mittwoch veröffentlichte Tesla seine Ergebnisse für das 3. Quartal 2017:

  • Umsatz: 2,98 Mrd. USD (Q3 2016: 2,3 Mrd. USD)
  • Gewinn: -671 Mio. USD (Q3 2016: 22 Mio. USD)
  • Free Cashflow: -1,42 Mrd. USD (Q3 2016: 176 Mio. USD)

Der Umsatz wuchs damit im Vergleich zum Q3 2016 deutlich um 29,6%. Im Q3 2017 lieferte Tesla 26.137 Modelle aus. Damit wurden nun insgesamt mehr als 250.000 Teslas ausgeliefert. Die Model S- und Model X-Auslieferungen stiegen um 4,5% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum an, womit Tesla seinen Anteil im US-Markt für Luxusfahrzeuge weiter steigern konnte. Gleichzeitig wurde ein Rekord bei den Neubestellungen für die Limousine Model S und den Geländewagen Model X erreicht. Für das wesentlich günstigere Model 3 (Basisversion kostet ca. 35.000 USD) liegen bislang Bestellungen in der Höhe eines Vielfachen der bislang gesamten jährlichen Absatzmenge an Teslamodellen vor. Jedoch wird sich die Erweiterung der Produktionskapazität für Model 3 – und damit auch der Eintritt in einen Massenmarkt – durch Engpässe in der Fertigung verzögern.
Anlass zur Sorge gab den Aktionären der hohe Quartalsverlust von 671 Mio. USD und der hohe Verbrauch an Barmitteln. Schloss die Aktie noch am Mittwoch bei 321,08 USD, so eröffnete sie am nächsten Tag nach dem Quartalsbericht um 6,57% niedriger bei 300,00 USD. Am Freitag erholte sich die Aktie leicht und ging mit 306,09 USD aus dem Handel. Vom Jahreshöchstkurs von 389,57 USD ist die Aktie damit zwar ca. 21,45% entfernt, allerdings lautet die Jahresperformance immer noch +42,46%. Der direkte US-Konkurrent General Motors schaffte im selben Zeitraum nur eine Aktienperformance von +21,71% – ist dafür aber innerhalb der letzten Monate deutlich stärker gestiegen.
Die künftige Entwicklung der Autoverkäufe Teslas sowie der Aktie bleibt spannend. Apple-Mitgründer Steve Wozniak kritisierte jüngst den zu großen Hype um Tesla. Schafft es Tesla jedoch, die hohen Bestellungen des Models 3 zeitnah zu bedienen, dürfte die Aktie noch Potenzial nach oben haben. Weiterhin soll Mitte des Monats seitens Tesla ein elektrisch betriebener Lastwagen vorgestellt werden. Perspektivisch soll in 2-3 Jahren auch ein weiteres „Model Y“ (kompakter Geländewagen) präsentiert werden. Der negative Free Cashflow dürfte somit zum Teil in den hohen Investitionen in die aktuelle Fertigung des Models 3 und die künftigen Modelle begründet sein.


http://files.shareholder.com/downloads/ABEA-4CW8X0/5511824760x0x962149/00F6EB90-2695-44E6-8C03-7EC4E06DF840/TSLA_Update_Letter_2017-3Q.pdf
http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/elektroautohersteller-wieder-mit-hohen-verlusten-15273459.html
http://www.finanzen.net/nachricht/aktien/herbe-kritik-steve-wozniak-um-tesla-gibt-es-zu-viel-hype-5790234
Börsenkurse: finanzen.net

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Commerzbank als Übernahmeziel, EZB-Geldpolitik und DAX-Allzeithoch

Commerzbank als Übernahmeziel

Acht Jahre nach der Übernahme der Dresdner Bank wird das zweitgrößte Geldhaus Deutschlands nun selber als Übernahmeziel gehandelt. Während bereits im letzten Jahr Gerüchte über einen möglichen Zusammenschluss der Deutschen Bank und der Commerzbank umgingen, sind in jüngerer Vergangenheit auch ausländische Banken in den Interessentenpool eingetreten. Namhafte Finanzinstitute wie die Unicredit, die BNP Paribas oder die Crédit Agricole haben Interesse an der Commerzbank verkündet oder die Möglichkeit einer Übernahme zumindest zu prüfen. Im Rahmen dieser Übernahme-Avancen hat sich die Commerzbank selbst nun dazu entschieden, die beiden Investmentbanken Goldman Sachs und Rothschild als Berater heranzuziehen. Die beiden Institute, die im Bereich Mergers & Acquisitions führend sind, sollen sämtliche Optionen – von einer eventuellen Übernahme bis hin zu Abwehrmöglichkeiten einer feindlichen Übernahme – prüfen. Generell wird eine Übernahme jedoch durch zwei wesentliche Faktoren erschwert. Zum einen vollzieht die Commerzbank im Rahmen ihrer im letzten Jahr verkündeten Strategie „Commerzbank 4.0“ einen grundlegenden Wandel, in dem das Personal bis 2020 um etwa ein Fünftel abgebaut und 80 % der Geschäftsprozesse digitalisiert werden sollen. Zum anderen befinden sich rund 15 % der Aktien im Besitz der Bundesregierung, die einen Verkauf ihrer Anteile nur durchführt, wenn ein Verlust für den Steuerzahler vermieden wird. Die Anteile befinden sich seit fast 10 Jahren im Besitz des Bundes und wurden zu Zeiten der Finanzkrise erworben, als die Commerzbank ohne die Mittel der Steuerzahler in finanzielle Schwierigkeiten geraten war. Ungeachtet dieser Barrieren bescherten die Übernahmefantasien der Investoren der Commerzbank-Aktie ein Wochenplus von knapp über 1% mit einem zeitweisen Wochenhoch von 12,41 EUR.

 

EZB-Geldpolitik

Die Europäische Zentralbank (EZB) hat in dieser Woche einen klaren Schritt in Richtung eines Ausstiegs aus ihrer ultralockeren Geldpolitik gewagt. Auf der EZB-Sitzung am Donnerstag verkündete Zentralbankpräsident Mario Draghi das Volumen der Anleihekäufe zu halbieren und damit „nur“ noch 30 Mrd. EUR monatlich in die Märkte zu pumpen. Ein Ausstieg aus dem sogenannten „Quantitative Easing“ (QE), das vor allem von Bundesbankpräsident Jens Weidmann kritisiert wird, wurde bereits seit längerer Zeit gefordert. Damit hat sich die EZB jedoch neben der Halbierung der monatlichen Anleihekäufe für eine Verlängerung des Programms um weitere neun Monate bis September 2018 entschieden. Somit steigt das Gesamtvolumen auf insgesamt 2,55 Billionen EUR an. Das QE-Programm, das im März 2015 mit monatlichen Käufen von 60 Mrd. EUR begann und anfangs noch bis September 2016 laufen sollte, wird laut aktuellem Stand 1,45 Billionen EUR mehr in die Finanzmärkte spülen, als ursprünglich geplant waren. Europäische Aktien freuten sich über die Verlängerung des Programms, was sich im Kursanstieg des EuroStoxx50 um 1,3% widerspiegelte. In Deutschland reagierte der Aktienmarkt auf die Neuigkeiten der Zentralbank mit einem neuen Allzeithoch.

Quellen: Handelsblatt, Thomson Reuters, finanzen.net

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Auswirkungen von M&As auf die Performance & EZB-Sitzung am Donnerstag

Auswirkungen von M&As auf die Performance

Daimler & Chrysler, Sab Miller & AB Inbev, Kraft & Heinz und zuletzt Bayer & Monsanto, die Liste der Übernahmen und Zusammenschlüsse von börsennotierten Unternehmen ist lang. Gerade in den letzten Jahren kam es zu einer Dynamik von immer größeren M&As an der Börse. Doch wie sinnvoll sind diese Strategien? Was sind die Effekte auf die anschließende Performance der Aktien?
In den ersten drei Quartalen dieses Jahres wurden weltweit Transaktionen mit einem Gesamtwert von über 2,5 Billionen USD abgeschlossen (Quelle: Dealogic). Die genannten Gründe sind oft die gleichen: „Kosten senken“, „Diversifizierung“ und natürlich „Synergien heben“. Andere Gründe können aber auch Prestige, mehr Verantwortung für das Management oder teilweise schlicht das große Ego des übernehmenden Geschäftsführers sein.
Eine Studie des S&P Global Market Intelligence Quantamental Research hat nun die Performance nach M&A-Deals von 2001 bis 2017 anhand des amerikanischen Russell 3000 untersucht. Die betroffenen Aktien entwickelten sich im Schnitt deutlich schlechter als der Gesamtmarkt und Wettbewerber der gleichen Branche. Folgen waren neben einer schlechteren Gewinnmarge auch eine schlechtere Eigenkapitalrendite. Natürlich liefen nicht alle M&As schlecht, besonders negative Effekte gab es bei Unternehmen, die vorher stark gewachsen waren und Übernahmen mit sehr großem Volumen aufwiesen.

 

EZB-Sitzung am Donnerstag

Nächste Woche ist wieder EZB-Sitzung! Im Zuge dessen beginnt auch wieder die Spekulation, ob ein „Ende der Geldflut“ oder der „Einstieg in die Zinswende“ verkündet werden könnte. Es wird vermutet, dass sich Draghi dazu äußern wird, wie sich das Ankaufprogramm nach 2018 weiterentwickeln wird. Ein Blick auf die FED zeigt aber, dass Zentralbanken bei der Beendigung solcher Maßnahmen meist eher behutsam vorgehen. In der letzten EZB-Sitzung war außerdem noch von einem „anhaltenden Unterstützungsbedarf“ die Rede. Spannend dürfte ein Ausblick auf nach 2018 sicherlich trotzdem bleiben.
Die Sitzung findet am Donnerstag, den 26. Oktober, statt.

¹ https://www.economist.com/news/finance-and-economics/21730029-bosses-and-investment-bankers-love-them-shareholders-tend-rue-them-mergers-and
² http://www.neuepresse.de/Nachrichten/Wirtschaft/Uebersicht/EZB-peilt-Ende-des-billigen-Geldes-an

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Börsengang von Voltabox, Hellofresh und Befesa & Milliardendeal bei BASF und Bayer

Voltabox-IPO

Der Eröffnungskurs am Freitag, dem 13.10.2017, lag bei 30 Euro, also gut 25% über den Ausgabekurs. Somit ist der im Volksglauben unglücksbringende Freitag der 13. ein für den Batteriehersteller Voltabox ein Glückstag. Die Nachfrage nach den Aktien überstieg das Angebot um das Zehnfache, dies spricht für den aktuellen Trend der Elektromobilität, an dem das Unternehmen partizipieren will. Inwiefern die Aktienbewertung bei gewissen Elektroherstellern wie Tesla & Co. gerechtfertigt ist, sei dahin gestellt.
Die Geschäftsleitung setzt bei ihren Batteriesystemen für Gabelstapler, Busse und andere Industriefahrzeuge auf Wachstumskurs. Ein Umsatzmarke von 100 Millionen Euro soll für das Jahr 2019 erzielt werden. Diesem Ziel steht ein vergangener Jahresumsatz von 14,5 Millionen Euro und ein Verlust von 3,7 Millionen Euro gegenüber.
Die Einnahmen des Börsengangs lagen bei 152 Millionen Euro, wobei der größte Teil dem Unternehmen zufließt. Das eingesammelte Kapital soll in Übernahmen sowie in die Produktionserweiterung investiert werden.

Platzierungspläne für die nächsten Wochen

Neben dem erfolgreichen Börsengang von Voltabox kündigten der Lieferdienst Hellofresh und der Metallrecycler Befesa ihre Platzierungspläne an. Dabei will Hellofresh zwischen 250 bis 300 Millionen und Befesa bis zu 800 Millionen einsammeln.1

Milliardendeal bei BASF und Bayer

Bayer will den größten Teil seines Unkrautvernichtungs- und Saatgutgeschäftes an BASF abgeben, für insgesamt 5,9 Milliarden Euro. Eine Bedingung stellt Bayer aber für diesen Deal in Aussicht: die erfolgreiche Übernahme des Konkurrenten Monsanto. Bayer will mit dem BASF-Deal möglichen amerikanischen und europäischen kartellrechtlichen Schwierigkeiten bezüglich der Monsanto-Übernahme vorbeugen.2


1 http://www.manager-magazin.de/finanzen/boerse/voltabox-25-prozent-plus-zum-boersendebuet-a-1172783.html
2 https://boerse.ard.de/aktien/milliardendeal-zwischen-bayer-und-basf100.html

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