Von Strafzöllen und Höhenflügen

Ankündigung von Strafzöllen gegen China

Erneut hat Donald Trump Strafzölle angekündigt. „Die USA können es nicht länger hinnehmen, ihre Technologie und ihr intellektuelles Eigentum durch unfaire Handelspraktiken zu verlieren“, sagte der amerikanische Präsident in einem Interview mit Fox News im Hinblick auf die Strafzölle gegen China.1 Es handelt sich dabei um die zweite Androhung von Importzöllen auf chinesische Waren, wobei kürzlich erst Handelsgespräche zwischen den beiden Konfliktpartnern stattfanden. Es soll sich nun um Zölle von 25 Prozent auf über 1100 chinesische Waren und Produktgruppen handeln. Chinas Reaktion sind Vergeltungszölle von 25 Prozent auf 659 US-Produkte. Bei beiden handelt es sich um ein Volumen von jeweils 50 Milliarden Dollar. China nimmt allerdings davon Abstand, dass es sich bereits um einen Handelskrieg handeln soll.2
Die Wall Street und damit die amerikanischen Investoren zeigten kaum Reaktionen. Der Aktienindex S&P 500 verlor nur 0,1 Prozent. Europäische Anleger hingegen reagierten deutlich nervöser. Der DAX sank am Freitag um 0,74 Prozent. Unklar ist noch, ob in naher Zukunft auch europäische Autos mit Zöllen belegt werden, da die Strafzölle in China auch die Autos dort betreffen. Da die Stimmung an der Wall Street allerdings meist ein Indikator dafür ist, wie sich die Märkte weltweit entwickeln, bleibt das Ausmaß der Strafzölle und des Konfliktes abzuwarten.3

 

Höhenflug bei Infineon?

Die Lage für den Technologiekonzern Infineon sieht auch zukünftig gut aus. Im Jahr 2000 wurde Infineon von Siemens an die Börse gebracht. Heute kurbeln die Nachfrage nach Chips für Autos und die Digitalisierung in Industrie und Alltag das Geschäft für einen der größten Fertigungs- und Technologieentwicklungsstandorte an. Im Geschäftsjahr 2017, welches bis zum 30. September lief, wurde ein Umsatz von rund 7 Milliarden Euro und ein Gewinn von 790 Millionen Euro generiert. Im kommenden Geschäftsjahr 2018/2019 wird eine Umsatzsteigerung von zehn Prozent aufgrund der guten Auftragslage erwartet. In den darauffolgenden Jahren rechnet das Unternehmen mit einem Plus von ca. neun Prozent. Um das Wachstum langfristig nicht auszubremsen sind Investitionen in effizientere Fertigungsanlagen geplant.
Auch an der Börse spiegelt sich die positive Entwicklung wider. Die Aktie befindet sich seit Jahren in einem Aufwärtstrend und gehört zum DAX-Mittelfeld mit einem Börsenwert von 29 Milliarden Euro. Am Freitagvormittag erreichte die Infineon-Aktie einen Wert von 25,76 Euro und damit den höchsten Stand seit 2002. In den vergangenen fünf bzw. zehn Jahren belaufen sich die Kursgewinne bereits auf 290 bzw. 340 Prozent. 14 der 22 von der Finanz-Nachrichtenagentur befragten Experten gehen von weiteren Kursgewinnen aus und geben eine Weiterempfehlung.   Rund 25 Millionen Euro besitzen alle frei verfügbaren Infineon-Aktien derzeit an Wert. Dabei beläuft sich die Marktkapitalisierung bei der Index-Bildung auf 2,66 Prozent Anteil.


¹ https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/handelsstreit-trump-macht-bei-zoellen-ernst-peking-droht-mit-vergeltung-6291440
² https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/china-gibt-sich-im-zollstreit-mit-usa-stark-und-verhandlungsbereit-6294953
³ https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/marktberichte/dax-ausblick-die-boerse-stemmt-sich-gegen-den-handelskrieg/22697660.html
https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/starkes-wachstum-hohe-marge-chipboom-treibt-infineon-aktie-an-6292757
https://www.welt.de/finanzen/boerse/article177683670/Dax-laeuft-besser-als-Infineon-Aktie-macht-dritten-Tag-in-Folge-Verluste.html

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After-Work-Alumni-Treffen in Frankfurt

Am Donnerstagabend gab es ein IG Börse Treffen außerhalb Dresdens. Unsere Alumnis hatten einen schönen Abend über den Dächern von Frankfurt im Citybeach. Es freut uns sehr, dass unsere Mitglieder auch nach dem Studentendasein in Verbindung bleiben. Der Verein wird auch zukünftig die Organisation solcher Treffen unterstützen.

 

Elektromobilität auf Vormarsch

Elektromobilität bewegt globalen Automobilmarkt

Laut der Studie „The Electric Car Tipping Point” der Boston-Consulting Group (BCG) sinkt der globale Marktanteil der mit Verbrennungsmotoren angetriebenen Fahrzeuge bis 2030 von aktuell 96% auf ca. 50%. Verdrängt werden diese durch hybride Antriebe (ca. 36%) und ausschließlich elektrisch betriebene Fahrzeuge (ca. 14%). Laut BCG sind die treibenden Faktoren für diesen Wandel folgende:

  • Ab 2020: Die Einhaltung von Emissionsvorschriften veranlasst die Automobilbranche zu einem stärkeren Verkauf von Elektrofahrzeugen.
  • Ab 2025: Eine gestiegene Nachfrage und weiter gesunkene Batteriekosten (2009: 700 USD/KWh vs. heute: 150-175 USD/KWh) führen zu einem globalen Marktanteil der Elektrofahrzeuge von etwa 6%.
  • 2030: Weiterhin sinkende Batteriekosten auf ca. 70-90 USD/KWh steigern den Marktanteil auf ca. 14%.

Antreiber ist dabei nicht nur Tesla. Audi avisiert den Verkauf von 0,8 Mio. Elektro- und Hybridfahrzeugen im Jahr 2025. Daimler und BMW wollen den Anteil der Elektrofahrzeuge an ihren Gesamtverkäufen bis 2025 auf ca. 15-25% steigern. Porsches „Mission E“konkurriert ab 2019 direkt mit dem Tesla Model S. Druck kommt auch seitens China mit dem dort ansässigen Automobilhersteller Nio. Durch die vergleichsweise höheren Investitionsvolumina und die Erfahrung aus der Massenmarktproduktion, könnten deutsche Automobilhersteller gegenüber Tesla zukünftig einen bedeutenden Vorteil auf dem Elektromobilitätsmarkt erreichen. ¹ ²

 

Strategiewende bei US-Investmentbank Goldman Sachs

Goldman Sachs steigt mit der Online-Banking-Plattform „Marcus“ nach dem amerikanischen jetzt auch in das europäische Privatkundengeschäft ein. Nach dem Launch im Juni in Großbritannien, möchte die Bank einen Markteinstieg in Deutschland wagen, welcher durch den hohen Marktanteil der Sparkassen und Genossenschaftsbanken als besonders herausfordernd angesehen wird. Der Fokus der Plattform soll auf Sparkonten und Verbraucherkrediten liegen. Mit dem Einstieg ins Privatkundengeschäft erhofft sich Goldman eine Steigerung der Umsätze und eine Diversifikation der Cashflows, die sonst überwiegend aus dem Investmentbanking stammen. Auch wird durch den Zinsanstieg beispielsweise ein Rückgang der Erträge aus dem Private Equity Geschäft und anderen Teilen der Investing & Lending Division erwartet.³

¹ https://www.bcg.com/de-de/d/press/06Nov2017-PM_The-Electric-Car-Tipping-Point-175834
² https://www.tagesschau.de/wirtschaft/boerse/tesla-203.html
³ https://www.ft.com/content/a8844cfa-543e-11e8-b3ee-41e0209208ec
https://www.boerse.ard.de/aktien/goldman-sachs-startet-frontalangriff-auf-sparkasse100.html

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Hauptversammlung Wacker Chemie AG

Am Mittwoch, dem 09.05.2018, fand in München die Aktionärs-Hauptversammlung der Wacker Chemie AG statt. Aufgrund einer Einladung von Mandy Mellen, ehemaliges IGB Vorstandsmitglied und gegenwärtig Marketing Communication Manager bei der Wacker Chemie AG, erhielten ein paar von uns die Möglichkeit an dieser Versammlung teilzunehmen.
Wacker Chemie AG ist ein 1914 gegründeter, global agierender Chemiekonzern mit Hauptsitz in München, dessen Gründerfamilie immer noch im Unternehmen aktiv ist. Peter-Alexander Wacker, der Urenkel des Gründers Alexander Wacker, ist aktuell Aufsichtsratsvorsitzender.
Über mehrere Generationen von der Familie kontrolliert, betreibt der Konzern 23 Produktionsstätten in Europa, Asien und Amerika. Von Nachhaltigkeit geprägt und auf Umweltschutz ausgelegt, fokussiert sich Wacker sowohl auf Innovationen in Prozessen als auch bei Produkten. Mit den vier Grundsäulen Silicones, Polymers, Biosolutions und Polysilicon wird ein breites Spektrum geboten, in welches wir einen Einblick erhielten.Continue reading

Italiens Wahl und Atomabkommen

Piove Governo Ladro

Selbst am Regen seien die Politiker Schuld. So lautet ein verbreitetes Sprichwort hier in Italien. Und damit lässt sich wohl auch ganz gut das Wahlergebnis vom März zusammenfassen: Die Regierungsparteien wurden abgestraft und zwei recht junge Parteien konnten stark zulegen. Die Lega Nord konnte vor allem im Norden mit weitreichender Kritik an der Flüchtlingspolitik und der Forderung nach einer „Flat-Tax“ von 15% punkten und die M5S gewann im strukturschwächeren Süden des Landes mit dem Versprechen von mehr Investitionen und einer Art Grundeinkommen. Nachdem Berlusconi, Bündnispartner der Lega Nord, angekündigt hat, eine Koalition der beiden Parteien zu dulden, wurde in den letzten Wochen versucht, diese eher konträren Forderungen zu vereinen.¹
Italien steht vor strukturellen Problemen und dem Dilemma zwischen dringend erforderlichen Investitionen und andererseits einer Staatsverschuldung von 130% des BIP und einer EU, die auf Austerität pocht. Steigende Zinsen werden die versprochenen Erleichterungen und Sozialprogramme zusätzlich erschweren. Gerade hier dürfte sich in den nächsten Jahren die Zukunft der Europäischen Gemeinschaft zeigen. Der Norden Europas wird versuchen, die neue Regierung zur Sparsamkeit zu bewegen, aber diese wurde genau dafür gewählt, sich dem zu widersetzen. Die Wut auf die alten Politiker ist groß und droht auf die EU umzuschwenken.² Wie wäre die Stimmung in Deutschland, wenn in NRW 60% Jugendarbeitslosigkeit herrschen würde, wie es in hier in manchen Regionen der Fall ist?
Deutschland kann sich als einer der Profiteure der aktuellen Situation ansehen, denn viele Italiener (vor allem gut ausgebildete) stimmen mit den Füßen ab und wandern aus. Zudem lohnt sich ein Blick über den Tellerrand hinaus: Rechnet man die sogenannte implizite Verschuldung (zukünftige Defizite und ungedeckte Pensionskosten) mit ein, steht Italien aufgrund vergangener Rentenreformen besser da als Deutschland.³

 

Trump steigt aus Iran-Abkommen aus

Am Dienstag kündigte Präsident Trump an, dass sich die USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran zurückziehen werden. Die Aktienmärkte in Deutschland und den USA reagierten kaum auf die Meldung, da der Ausstieg bereits vorher erwartet worden war. Offen bleibt, wie es nun weiter geht. Die USA werden wohl vorerst die einzigen sein, die Sanktionen gegenüber dem Iran aufbauen. Für deutsche Unternehmen, die im Iran und auch in den USA Geschäfte machen, wird es trotzdem Konsequenzen haben. Sogenannte sekundäre Sanktionen führen dazu, dass die USA ausländische Unternehmen, die sich nicht an die Sanktionen halten, auf dem Heimatmarkt bestrafen können.⁴

¹ https://www.tagesschau.de/ausland/italien-regierungsbildung-105.html
² http://www.dw.com/de/italien-wirtschaft-ohne-regierung/a-43717593
³ https://www.stiftung-marktwirtschaft.de/fileadmin/user_upload/Pressemitteilungen/2017/Ergebnisse_kurz_Ehrbare_Staaten_2017_12_12.pdf
⁴ http://www.sueddeutsche.de/politik/europa-und-das-iran-abkommen-vereint-im-zorn-auf-trump-1.3975445

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Hauptversammlung von Berkshire Hathaway & Gerüchte um Amazons Einsteig ins Bankgeschäft

Hauptversammlung von Berkshire Hathaway

Gestern am 05. Mai fand das Aktionärstreffen der Holdinggesellschaft Berkshire Hathaway in Omaha (Nebraska) statt. Über den Besucherrekord von 42.000 Anteilseignern war sicherlich auch der Chef von Berkshire, Warren Buffett, erfreut.
Auf der Hauptversammlung wurde bekannt, dass die Holding im ersten Quartal 2018 einen Nettoverlust von 1,14 Milliarden Dollar gemacht hat. Dies war der erste Verlust seit 2009. Buffett macht dafür neue Bilanzierungsregeln verantwortlich, die den Gewinn verzerren. So wurde das Minus damit erklärt, dass Berkshire Aktienportfolios zu aktuellen Kursen bewerten und in den Quartalsergebnissen verbuchen muss. Derzeit hält der Konzern Aktien im Wert von rund 170 Milliarden Dollar, darunter auch Apple-Aktien.1 Nachdem Apple seine Quartalszahlen, die über den Erwartungen der Analysten lagen, veröffentlicht hatte, kaufte die Holdinggesellschaft laut CNBC weitere 75 Millionen Apple-Aktien. Damit hält Berkshire Hathaway nun circa 240 Millionen Aktien und ist drittgrößter Investor von Apple.2,3 Kryptowährungen stehen Buffett und Munger, der stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende, weiterhin kritisch gegenüber und erläuterten auf dem Aktionärstreffen, dass sie keinen Nutzen hinter diesen Währungen sehen.1

 

Gerüchte um Amazons Einstieg ins Bankgeschäft

Die Gerüchte um Amazons Einstieg in das Bankgeschäft halten sich hartnäckig. Vorteil vom Konzern ist, dass es sowohl die Daten als auch die Beziehung zum Kunden hat, um erfolgreich bei Verbraucherzahlungen und Krediten zu sein. Viele Nutzer haben bereits Kontodaten bei Amazon hinterlegt oder besitzen eine Amazon-Kreditkarte. Daher ist der nächste Schritt ein Amazon-Konto zu haben nicht sehr abwegig. Deutschlands Banken können sich allerdings mit dem Datenschutz gegen Amazon behaupten. Schätzungsweise würde ein Amazonkonto zunächst nur für Amazonzahlungen und erst nach und nach für sonstige Einkäufe genutzt werden.4 In Indien und Mexiko bietet Amazon bereits Finanzdienstleistungen an. So können Kunden in Indien mithilfe des Amazons Cash-Pickup-Service Geld auf ihr digitales Konto laden. Weiterhin hat der Konzern dort auch Finanz-Start-Ups (z.B. Emvantage Payments und BankBazaar) erworben oder in sie investiert. In Mexiko gibt es einen Barbezahlservice, der als Alternative für eine Kredit- bzw. Debitkarte fungieren soll.5 Es bleibt also abzuwarten, inwieweit Amazon seine Finanzdienstleistungen ausbauen und mit welchen Banken der Konzern gegebenenfalls zusammenarbeiten wird.

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Staatsbesuche in Washington

Wochenüberblick

Die vergangene Woche stand ganz im Zeichen europäischer Staatsbesuche in den USA. Zunächst reiste am Montag Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nach Washington. Anders als bei ihrem ersten Treffen zeigten sich Trump und Macron mehr als versöhnlich. Mit Wangenküsschen, Hände halten und allen erdenklichen militärischen Ehren inszenierten beide Präsidenten eine ungeahnte Harmonie, die jedoch ihre inhaltliche Differenzen nicht verdecken konnte. So bemühte sich Macron vor allem darum, Trump von Strafzöllen auf Stahl und Aluminium aus der EU abzuhalten. Er argumentierte, dass man keine Handelskriege gegen Verbündete führen darf und solche Konflikte ohnehin durch die WTO geregelt werden. Dadurch ließ sich Trump jedoch nicht beeindrucken. Der US-Präsident lobte zwar die ausgeglichenen Handelsbeziehungen zwischen den USA und Frankreich, zeigte sich aber mit der Handelspolitik der EU gegenüber den USA äußerst unzufrieden. Auch Angela Merkel, die am Freitag freundlich zum Arbeitsbesuch empfangen wurde, konnte bisher nichts daran ändern. Schon vor ihrem Abflug nach Washington war aus Regierungskreisen zu hören, dass man nicht mit einer Einigung bezüglich der Handelsfragen rechnet. Somit werden aller Voraussicht nach am 1. Mai auch Strafzölle auf Produkte aus der EU wirksam. Ob diese Sanktionen den hohen Exportüberschuss der EU senken werden, ist mehr als fraglich, wie das Beispiel Deutschland zeigt. Lediglich zwei der insgesamt 68 Milliarden Euro des deutschen Handelsüberschusses bzgl. der USA sind auf Stahl und Aluminium zurückzuführen. Hinzukommt die Tatsache, dass viele Stahlsorten, z. B. besonders feste und extrem dünne, nur von europäischen Herstellern produziert werden. Die USA wären also gezwungen, den Stahl samt Strafzöllen trotzdem zu importieren. Für die metallverarbeitende US-Industrie dürften das keine guten Neuigkeiten sein und auch Donald Trump könnte am Ende negative Auswirkungen spüren. Schließlich beschäftigt die verarbeitende Stahl- und Aluminiumindustrie 6,5 Mio. Personen gegenüber 140000 in der erzeugenden Industrie. Möglicherweise sehen sich dann einige US-Firmen dazu veranlasst, ihre Produktion zur Kostensenkung ins Ausland zu verlagern. Daher dürfen wir gespannt bleiben, wie sich der Handelskonflikt fortsetzt und uns fragen, ob die nahenden Strafzölle nur als Drohung und Vorgeschmack auf kommende Maßnahmen der USA verstanden werden sollen.Ebenso gegensätzlich stellten sich die Positionen der Europäer und Amerikaner im Streitpunkt Iran-Deal dar. Während Macron davon sprach, dass ein ersatzloses Aufkündigen des Atomabkommens für ihn nicht in Frage komme, ließ Donald Trump offen, ob er sich am 12. Mai für oder gegen die Verlängerung des Vertrages entscheidet. Um vor Verstreichen der Frist noch eine Einigung zu erreichen, arbeiten Diplomaten beider Seiten des Atlantiks seit einigen Wochen an einem Entwurf für ein Zusatzabkommen. Dieses soll ein iranisches Atombombenprojekt auch nach 2025, sowie iranische Raketenprogramme und Interventionen in den aktuellen Nahost-Kriegen verhindern. Dolch auch hier ist es fraglich, ob der Iran einem solchen Vertrag zustimmen würde. Sollte keine Einigung zustandekommen, droht der wirtschaftliche Wiederaufbau und vor allem der florierende Export von Öl aus dem Iran schnell Geschichte zu sein. Schon jetzt befindet sich der iranische Rial im freien Fall, weshalb Wechselstuben keine US-Dollar mehr herausgeben. Die Dollar-Einnahmen aus dem Öl-Export, die 30% des Staatshaushalts ausmachen, bleiben ebenfalls nahezu wirkungslos, da sie aufgrund noch bestehender Sanktionen nicht komplett umgetauscht werden können. Der Iran ist daher nicht mehr weit von einer neuen Wirtschafts- und auch Sicherheitskrise entfernt.

 


¹ https://www.welt.de/politik/ausland/article175791184/Besuch-in-Washington-Macrons-gute-Beziehung-zu-Trump-hat-sich-bisher-noch-nicht-ausgezahlt.html
² http://m.dw.com/de/irans-wirtschaft-in-der-sackgasse/a-43406541?xtref=https%253A%252F%252Fwww.google.de%252F
³ https://m.focus.de/politik/deutschland/merkel-in-washington-trotz-kuesschen-keine-kompromisse-bei-merkels-besuch-im-weissen-haus_id_8843392.html
http://m.faz.net/aktuell/politik/ausland/angela-merkel-bei-donald-trump-besuch-der-konkurrentin-15561315.html
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/welthandel-mit-strafzoellen-laesst-sich-kein-handels-plus-abbauen-1.3957774
https://www.morgenpost.de/politik/article214112237/Beim-Besuch-von-Macron-gibt-es-Kuesse-fuer-Donald-Trump.html

Marktüberblick

Indizes

Nachdem der DAX in der vergangenen Woche einen leichten Kursrückgang verzeichnete, schloss er diesen Freitag bei 12.580 Punkten und legt im Vergleich zur vorhergehenden Handelswoche um etwa 80 Punkte (+0,64%) zu. In der bevorstehenden Handelswoche erwarten die Anleger wieder Quartalszahlen. Außerdem wird sich der DAX aufgrund des handelsfreien Dienstag wahrscheinlich mehr an der US-Börse orientieren. Der DOW JONES hat sich nach ebenfalls schwachen Wochenstart bei 24.311 Punkten eingependelt. Somit hat dieser im Verlauf der Woche ein Minus von 11,15 Punkten (-0,05%) eingefahren. Gründe dafür könnte unter anderem die zunehmende Anspannung des Handelsverhältnisses zwischen den USA und China mit den anstehenden Strafzöllen und der noch ausstehenden Entscheidung zu dem Atomabkommen zwischen dem Iran und der USA sein.

 

Währungen

Die Kursbewegung von der Gemeinschaftswährung EUR/USD war in der vergangenen Woche kaum spürbar, der Kurs verzeichnet sich aktuell 1,2131. Demnach kostet der Dollar aktuell 0,8243€.

 

Rohstoffe

Die Ölpreise geben nach dem leichten Aufwärtstrend in dieser Handelswoche wieder nach. Grund dafür ist die Befürchtung, dass die USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran aussteigt. Hierzu ist jedoch noch keine Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump gefällt worden. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet aktuell 74,52 USD. Der Goldpreis hat sich am vergangenen Freitag bei 1.322,80 USD eingependelt, das ist ein leichtes Plus von 0,1%. Damit zeigt sich Gold unbeeindruckt von den aktuellen Konjunkturindikatoren der EZB und der US-Notenbank.

Eine spannende Handelswoche wünschen,
Leo Strelow und Thomas Berger


¹ https://www.finanzen.net/rohstoffe/goldpreis
² https://www.wallstreet-online.de/nachricht/10495722-boerse-daily-sonntag-dax-volkswagen-sap-deutsche-telekom-heidelbergcement-fresenius-wacker-chemie-nokia
³ https://de.investing.com/commodities/real-time-futures

Vorstandsfahrt in Breslau

Wie jedes Jahr machte sich der neue Vorstand am 20. April auf den Weg zu einem Workshop-Wochenende in Breslau, abseits des Trubels und der Ablenkung des Alltages. Dort sollten die wichtigsten Themen des folgenden Jahres besprochen und in Gruppen erarbeitet werden, wobei der Vorstand tatkräftig vom Beirat unterstützt wurde. So wurden Pläne für die geplanten Events, die Börsenfahrt nach New York und den immer zweiwöchig stattfindenden Montagstreff geschmiedet. Natürlich wurde die Zeit auch dafür genutzt sich außerhalb der Uni persönlich besser kennenzulernen, indem wir bei schönstem Wetter interessante Ecken der Studentenstadt Breslau besichtigten und abends auf den erfolgreichen Tag anstießen. Mit tollen Plänen und Events im Gepäck fahren wir zurück und freuen uns auf das kommende Jahr!

Steinhoff – Das Ende einer Ära?

Die Aktie des zweitgrößten Möbelkonzerns galt lange als der Liebling von Aktionären. Nachdem die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte die Bestätigung der Unternehmensbilanz verweigerte, wurde die Bilanzmanipulationen Ende 2017 bekannt. Der Aktienkurs fiel unter die Marke von 0,5 Euro, ein Verlust von gut 90 %.

Doch was führte zu dem Niedergang des einstigen Möbelgiganten?

Die Ära des Möbelkonzerns mit seinem Ursprung in Westerstede bei Bremen begann im Jahr 1965. Schon seit Beginn setzte das Unternehmen auf die Fertigung seiner Produkte außerhalb der BRD und konnte somit seine starke Expansion beschleunigen. Folglich erkannte die Unternehmensführung das Potenzial der Absatzmärkte außerhalb Deutschlands und Europas und siedelte sich beispielsweise in Südafrika an. Dabei wurden auch Ansiedlungen in geopolitisch schwierigen Märkten präferiert, wo die Konkurrenzsituation dementsprechend geringer ausfiel. So viel zu dem unternehmerischen Geschick, welches den Konzern zu seiner einstigen Größe verholfen hat.
Insbesondere in den letzten Jahren führten die überzogenen Expansionspläne zu einer ungebremsten Verschuldung des Konzerns, welche versucht wurde zu verschleiern. Dabei wurden unrentable Tochterunternehmen über Scheinfirmen an Steinhoff verkauft umso die Bilanz „aufzuhübschen“.
Durch die kürzlich verkauften Anteile an dem Tochterunternehmen Star konnten knapp 250 Millionen Euro akquiriert werden. Dabei stellt sich die Frage, ob nun „Zwangsverkäufe“ zur Regel gehören und profitable Bereiche zu günstig veräußert werden, um die finanzielle Notlage abzufedern. Inwiefern der Konzern als Einheit bestehen bleibt ist fraglich. ¹ ²

 


¹ Capital, April, 2018
² https://boerse.ard.de/aktien/das-steinhoff-drama100.html

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Emmision in Milliardenhöhe

Springer Nature an die Börse

In Deutschland läuft die dritte Emission in Milliardenhöhe im aktuellen Jahr an. Nach Healthineers, einem Tochterunternehmen von Siemens (4,5 Milliarden Dollar) und der Vermögensverwaltung DWS von der Deutschen Bank (1,6 Milliarden Dollar), plant nun auch der Wissenschaftsverlags Springer Nature seinen Börsengang. Die bisherigen Eigentümer des Verlags Stefan von Holtzbrinck (53 Prozent) und BC Partners (47 Prozent) möchten ihr Unternehmen in Form einer Kommanditgesellschaft auf Aktien an die Börse in Frankfurt bringen. Genauso hatte es kurz zuvor die Deutsche Bank mit der DWS vorgemacht hat. Dennoch wird die Deutsche Bank diese Emission nicht begleiten. Generell wird für das Konsortium kein deutsches Kreditinstitut engagiert. Die Eigentümer wollen vielmehr auf die Erfahrung vieler ausländischer Banken setzen: JP Morgan, Morgan Stanley, Bank of America Merrill Lynch, BNP Paribas, Credit Suisse, Goldman Sachs und die Société Générale. ¹

Im Jahr 2015 ist der Wissenschaftsverlag Springer Nature aus dem Zusammenschluss von Business Media und Springer Science, sowie Macmillan Science and Education entstanden. Mit hohen Publikationszahlen von rund 300.000 Artikeln in 13.000 Büchern und 2.800 Magazinen allein im vergangenen Jahr, sieht sich Springer Nature als den größten Verlag für Wissenschaftsbücher in englischer Sprache und als Weltmarktführer für Open-Access-Veröffentlichungen. Das Online-Portal mit den wissenschaftlichen Inhalten ist weltweit bekannt und registriert täglich über zwei Millionen Aufrufe.²

Der Verlag wurde bereits seit geraumer Zeit als Börsenkandidat gehandelt. Nun ist es offiziell. Der „1,2 Milliarden Euro schwere Börsengang“ soll frühestens in vier Wochen stattfinden. Damit ist es jedoch nicht genug, der Telefonspezialist Nfon hat ebenfalls seine Absicht für einen Börsengang geäußert, dieser wird mit 50 Millionen Euro vergleichsweise viel kleiner ausfallen. ²

 


¹ http://www.faz.net/aktuell/finanzen/finanzmarkt/springer-nature-boersengang-geschieht-ohne-deutsche-bank-15540709.html
² https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/aktien/neuemission-springer-nature-und-nfon-streben-an-die-boerse/21165774.html

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