Das Ende für das Protein der Zukunft?

Das Ende für das Protein der Zukunft?

Selbst bezeichnet Beyond Meat seine Burger als „The Future of Protein“, doch in der vergangenen Handelswoche sah es so aus, als ob der Markt anderer Meinung sei. Der Aktienkurs des Herstellers für alternative Proteinquellen brach innerhalb eines Tages um knapp 33 Prozent ein. Das im Jahr 2009 gegründete Unternehmen zeigte seit seinem Börsengang am 2. Mai diesen Jahres eine beispiellose Kursrallye auf. Bei einem Ausgabepreis von $25 hat sich der Kurs innerhalb eines Monats vervierfacht und schloss vor Veröffentlichung der Quartalszahlen bei $99,50. Nach Bekanntgabe der Quartalszahlen am 6. Juni, die nur leicht von den Erwartungen abwichen, explodierte die Aktie und erreichte im Maximum einen Kurs von $186. Kurz darauf fiel der Preis auf $126 zurück. Doch was war der Auslöser für diese extremen Kurssprünge? ¹

Beyond Meat ist das erste börsengehandelte Unternehmen, das sich ausschließlich mit der Herstellung und Entwicklung von alternativen Proteinquellen beschäftigt. Hier ist vor allem der Burger bekannt, der auch in Deutschland bei Lidl für eine kurze Zeit erhältlich war. Das Unternehmen ist somit einer der ersten großen Anbieter in einem schnell wachsenden Markt, für den ein Marktvolumen von 10 Milliarden Dollar im Jahr 2022 prognostiziert wird. Diese Aussichten beflügelten die Erwartungen der Investoren, weshalb trotz noch aktueller negativer Gewinne, die Kurse kräftig gestiegen sind. Doch wie bei jedem schnell wachsenden Markt wächst auch hier die Anzahl der Wettbewerber. Speziell ist da Impossible Foods zu nennen, die allerdings noch nicht börsennotiert sind, aber über einen erlesenen Investorenkreis mit extrem viel Kapital, z.B. Bill Gates oder den Singapore Wealth Fund, verfügen. Aber auch etablierte Lebensmittelkonzerne wie Nestle investieren stark in den aufstrebenden Markt der alternativen Proteinquellen. Deshalb verwundert es nicht, dass sich einige Marktteilnehmer für den Leerverkauf der Aktie entschieden haben, um so von einem Einbrechen des aktuellen Hypes um Beyond Meat zu profitieren. ²

 

Bei einem Blick auf die Grafik sieht man ganz deutlich, dass die Short-Volume-Ratio schon seit Anfang Mai stark gestiegen ist. Dafür wird die Anzahl der leerverkauften Aktien in das Verhältnis zum täglich im Durchschnitt gehandelten Volumen gesetzt. Laut Bloomberg wurden 51,3 Prozent des Free Floats, die einen Wert von $583 Millionen repräsentieren, von Leerverkäufern gehalten. Mit dem Anstieg des Kurses nach der Veröffentlichung der Quartalszahlen mussten diese ihre Shortpositionen glattstellen, um ihre Verluste zu begrenzen. Dadurch wurde der Preis auf über $170 Intraday gehandelt, um dann wieder auf ein niedrigeres Niveau mit aktuell rund $140 zurückzugehen.  
Trotz der Korrektur ist Beyond Meat (45x EV/Sales) noch sehr teuer bewertet, insbesondere bei einem Blick auf die Peer-Group (2-3x EV/Sales). Auch in Anbetracht der stetig steigenden Konkurrenz und Skalierungsproblemen in der Herstellung sowie Logistik bei Beyond Meat ist es eher ratsam, die weitere Entwicklung an der Seitenlinie abzuwarten. ³ ⁴

¹ https://seekingalpha.com/article/4269397-beyond-meat-short-positions-thing-fueling-rally
² https://www.cnbc.com/2019/06/10/beyond-meat-short-sellers-lose-nearly-400-million-as-stock-rockets.html
³ https://www.bloomberg.com/news/articles/2019-06-07/beyond-meat-short-sellers-get-indigestion-after-earnings-outlook
⁴ https://fintel.io/ss/us/bynd

Marktüberblick

Indizes

Gegenüber der positiven Entwicklung Anfang Juni sank der DAX Ende dieser Woche auf 12.096,40 Punkte. Verantwortlich hierfür waren besonders der Handelsstreit zwischen den USA und China. Donald Trump drohte mit Zollerhöhungen von 25 Prozent auf weitere Warenimporte mit einem Wert von 300 Milliarden Dollar. Dadurch würden alle Importe aus China in die USA beeinflusst werden. Auch der Euro Stoxx 50 fiel Ende dieser Woche um 0,13 Prozent auf 3.383,89 Punkte. ¹
Am Freitag gehörte Amazon mit einem Tageshoch von 1.669,80 Euro zu den erfolgreichsten Performance-Aktien. Das Wertpapier startete am Morgen noch mit 1.659,80 Euro und gewann somit an 0,64 Prozent. ²
 

Währungen

Obwohl sich die türkische Währung gegenüber dem vergangenem Jahr erholte, beeinflussen die hohe Inflation und die schwache Wirtschaft der Türkei die Lira immer noch stark. Seit Ende Januar hat die türkische Lira einen Wertverlust von etwa 18 Prozent. Besonders der Import von Öl wird durch die schwache Devise teurer. Mittlerweile wird sogar das Risiko für den Zahlungsausfall der türkischen Staatsanleihen für die nächsten fünf Jahre auf 28 Prozent geschätzt. Am Freitag notierte die Lira mit 0,1696 USD. ³
Aufgrund von Donald Trumps Politik wenden sich einige Länder vom US-Dollar ab und bevorzugen immer mehr den Tausch in Euro. Der Anteil des Dollars an den weltweiten Währungsreserven sank im Jahr 2018 auf 61,7 Prozent, womit er sich an das niedrigste Niveau der vergangenen Jahre näherte. Der Kurs der amerikanischen Währung endete dennoch mit 0,8921 Euro. ⁴

 

Rohstoffe

Nach dem jüngsten Kurssprung lag der Goldpreis zum Ende dieser Woche knapp ein Prozent unter dem Fünf-Jahres-Hoch und notierte bei 1.341,54 USD. Gründe hierfür sind vor allem der Handelsstreit zwischen den USA und China, was den Kurs des Edelmetalls unterstützt. Sogar Spekulanten schätzen, dass sich der Anstieg des Rohstoffpreises in den nächsten Monaten stark beschleunigen wird. Trotz der zahlreichen Maßnahmen der Regierung und Notenbank, wie der Senkung der Mehrwertsteuer und der Reduktion der Mindestreservesätze, erwiesen sich Chinas Wirtschaftsdaten, entgegen der Erwartungen von Volkswirten, eher schwach. Dies verursachte den jüngsten Kurshüpfer. ⁵
Papst Franziskus redete den Topmanagern einiger internationaler Ölkonzerne ins Gewissen. Er fordert eine radikale Energiewende. Laut Franziskus könnte man sich nicht den Luxus erlauben, dass andere den ersten Schritt machen oder kurzfristige ökonomische Vorteile priorisieren. ⁶ Aber auch der Angriff auf zwei Öltanker im Golf von Oman hat die Ölpreise deutlich beeinflusst. Somit notierte der West Texas Intermediate (WTI) bei 52,51 USD und der Brent bei 62,04 USD. ⁷ ⁸

Eine spannende Handelswoche wünschen,
Maximilian Gauglitz und Melissa Müller


¹ https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/marktberichte/boerse-am-13-juni-sieben-dinge-die-fuer-anleger-heute-wichtig-sind/24451194.html?ticket=ST-2612308-zLkDDNWHoDPEm2OnQMSV-ap5
² https://www.focus.de/finanzen/boerse/aktien/amazon-aktie-15-06-2019_id_8963188.html
³ https://www.focus.de/finanzen/boerse/kreditwuerdigkeit-niveau-von-uzbekistan-agentur-senkt-tuerkei-in-ramschbereich-weiter-ab_id_10829646.html
⁴ https://www.focus.de/finanzen/boerse/de-dollarisierung-nimmt-fahrt-auf-trumps-politik-sorgt-fuer-comeback-des-euro_id_10823064.html
⁵ https://www.focus.de/finanzen/boerse/sicherer-hafen-gefragt-goldpreis-springt-wegen-zunehmender-krisenaengste-auf-mehr-jahres-hochs_id_10826165.html
⁶ https://www.tagesschau.de/ausland/papst-795.html
⁷ https://www.focus.de/finanzen/boerse/bedeutendste-route-der-welt-nach-attacken-auf-tanker-so-wichtig-ist-der-golf-von-oman-fuer-die-oelindustrie_id_10826630.html
⁸ https://www.finanzen.net/rohstoffe/oelpreis/chart

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