Elektromobilität auf Vormarsch

Elektromobilität bewegt globalen Automobilmarkt

Laut der Studie „The Electric Car Tipping Point” der Boston-Consulting Group (BCG) sinkt der globale Marktanteil der mit Verbrennungsmotoren angetriebenen Fahrzeuge bis 2030 von aktuell 96% auf ca. 50%. Verdrängt werden diese durch hybride Antriebe (ca. 36%) und ausschließlich elektrisch betriebene Fahrzeuge (ca. 14%). Laut BCG sind die treibenden Faktoren für diesen Wandel folgende:

  • Ab 2020: Die Einhaltung von Emissionsvorschriften veranlasst die Automobilbranche zu einem stärkeren Verkauf von Elektrofahrzeugen.
  • Ab 2025: Eine gestiegene Nachfrage und weiter gesunkene Batteriekosten (2009: 700 USD/KWh vs. heute: 150-175 USD/KWh) führen zu einem globalen Marktanteil der Elektrofahrzeuge von etwa 6%.
  • 2030: Weiterhin sinkende Batteriekosten auf ca. 70-90 USD/KWh steigern den Marktanteil auf ca. 14%.

Antreiber ist dabei nicht nur Tesla. Audi avisiert den Verkauf von 0,8 Mio. Elektro- und Hybridfahrzeugen im Jahr 2025. Daimler und BMW wollen den Anteil der Elektrofahrzeuge an ihren Gesamtverkäufen bis 2025 auf ca. 15-25% steigern. Porsches „Mission E“konkurriert ab 2019 direkt mit dem Tesla Model S. Druck kommt auch seitens China mit dem dort ansässigen Automobilhersteller Nio. Durch die vergleichsweise höheren Investitionsvolumina und die Erfahrung aus der Massenmarktproduktion, könnten deutsche Automobilhersteller gegenüber Tesla zukünftig einen bedeutenden Vorteil auf dem Elektromobilitätsmarkt erreichen. ¹ ²

 

Strategiewende bei US-Investmentbank Goldman Sachs

Goldman Sachs steigt mit der Online-Banking-Plattform „Marcus“ nach dem amerikanischen jetzt auch in das europäische Privatkundengeschäft ein. Nach dem Launch im Juni in Großbritannien, möchte die Bank einen Markteinstieg in Deutschland wagen, welcher durch den hohen Marktanteil der Sparkassen und Genossenschaftsbanken als besonders herausfordernd angesehen wird. Der Fokus der Plattform soll auf Sparkonten und Verbraucherkrediten liegen. Mit dem Einstieg ins Privatkundengeschäft erhofft sich Goldman eine Steigerung der Umsätze und eine Diversifikation der Cashflows, die sonst überwiegend aus dem Investmentbanking stammen. Auch wird durch den Zinsanstieg beispielsweise ein Rückgang der Erträge aus dem Private Equity Geschäft und anderen Teilen der Investing & Lending Division erwartet.³

¹ https://www.bcg.com/de-de/d/press/06Nov2017-PM_The-Electric-Car-Tipping-Point-175834
² https://www.tagesschau.de/wirtschaft/boerse/tesla-203.html
³ https://www.ft.com/content/a8844cfa-543e-11e8-b3ee-41e0209208ec
https://www.boerse.ard.de/aktien/goldman-sachs-startet-frontalangriff-auf-sparkasse100.html

Marktüberblick

Indizes

Bereits zum achten Mal in Folge schaffte es der Deutsche Aktienindex (DAX) einen Wochengewinn zu verbuchen und bewegt sich damit immer weiter in Richtung des Allzeithochs von 13.596,89 Pkt. (23. Januar 2018). Trotz mehrerer politischer Ereignisse, der Veröffentlichung diverser Geschäftsberichte und der Abwertung des Euros gegenüber dem US-Dollar, bewegte sich der Leitindex in einem schmalen Korridor von etwa 215 Punkten. In dieser Bandbreite zwischen 12.925,99 Pkt. (15. Mai 2018) und 13.125,59 Pkt. (18. Mai 2018) fand der Index seinen Wochenschlusskurs bei 13.077,72 Pkt. und verzeichnete damit ein Plus von 0,58%.
Dagegen schafften es die US-Indizes S&P 500 und Dow Jones Industrial nicht an ihre Erfolge der Vorwoche anzuknüpfen. Beide Indizes verbuchten ähnlich schwache Kursschwankungen wie der DAX, mussten die Woche jedoch mit leichten Kursverlusten verlassen. Hierbei schloss der S&P 500 um -0.55% niedriger bei 2.712,97 Pkt., während der Dow Jones einen Verlust von -0,47% verzeichnete und aktuell bei 24.715,09 Pkt. notiert.

Währungen

Das Währungspaar EUR/USD befindet sich seit seinem Jahreshoch von 1,2554 USD (16. Februar 2018) in einem Abwärtstrend, der sich in dieser Woche beschleunigte. Verglichen mit dem letzten Kurs am vergangenen Freitag (1,1941 USD) wertete der Euro um -1,44% auf 1,1769 USD ab und steht damit aktuell auf einem 5-Monatstief, das zuletzt Mitte Dezember 2017 zu beobachten war. Der Wochenverlust ist maßgeblich durch die politischen Spannungen in Italien begründet. Dort verursachen die populistischen Parteien unter anderem mit Gesprächen über einen Euro-Austritt steigende Unsicherheit in Europa und der Währungsunion.

Rohstoffe

Seit fast einem Jahr bewegen sich die Kurse der beiden Rohölsorten Brent und „Western Texas Intermediate (WTI)“ beinahe ununterbrochen nach oben. Auch in dieser Woche war keine Entschleunigung des Aufwärtstrends zu erkennen. Die europäische Sorte Brent notierte im Vergleich zum Schlusskurs der vergangenen Woche 1,87% höher und besitzt aktuell einen Preis von 78,87 USD. Im Fall der Sorte WTI, die aktuell bei 71,43 USD notiert, fiel das Wochenplus mit 0,56% geringer aus. Die Ölpreise wurden in dieser Woche stark durch den Austritt des amerikanischen Präsidenten Donald Trump aus dem im Jahr 2015 unterzeichneten Atomabkommen mit dem Iran beeinflusst. Auf 12-Monatssicht verzeichnen die beiden Rohölsorten ein Plus von 50,09% (Brent) bzw. 44,62% (WTI) und sind aktuell so teuer wie zuletzt im November 2014.

Eine spannende Handelswoche wünschen,
Tom Dudda und Arasto Soltani Pajoh

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