Marktüberblick

Tesla nicht mehr die Nummer 1

Tesla nicht mehr die Nummer 1

Das Kalifornische Unternehmen Tesla unter der Führung von Elon Musk musste letzte Woche einen rapiden Verfall des Börsenwerts in Kauf nehmen und ist nun nicht mehr der teuerste Autobauer der USA. Insgesamt verzeichnete die Aktie ein Minus von 20% in den letzten zwei Wochen und hat nun einen Börsenwert von knapp 50 Mrd. USD. Das ist ein Verlust von 13 Mrd. USD im Vergleich zum Höchststand am 23. Juni. Somit ist General Motors – gemessen am Börsenwert – wieder der größte Autobauer der USA.

Wo liegen die Ursachen? Es gab mehrere schlechte Nachrichten in letzter Zeit für das Unternehmen aus Palo Alto. Als erster Grund sind die am Montag veröffentlichten Absatzzahlen des Unternehmens zu nennen. Auf das erste Halbjahr gesehen, erreicht Tesla zwar noch seine selbst gesetzten Ziele. Im zweiten Quartal konnten jedoch nur 22.000 Fahrzeuge ausgeliefert werden, wohingegen die Erwartungen der Analysten enttäuscht wurden. Darüber hinaus verfehlte das neue Model S eine Bestnote in dem wichtigsten US-Sicherheitstest, welches die zukünftigen Erwartungen an diese Generation senkte.

Letztendlich hat ein Analystenbericht der US-amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs den Ausschlag für den massiven Kursverlust gegeben. Dieser setze ein Kursziel von 180 USD für die nächsten sechs Monate, was bedeuten würde, dass die Tesla Aktie noch bis Jahresende um 40% fällt. Tesla selbst will seine Produktion in den nächsten Jahren auf jährlich 500.000 Fahrzeuge erhöhen. Aktuell werden 84.000 Fahrzeuge pro Jahr verkauft, sodass dieses selbst gesteckte Ziel als sehr optimistisch angesehen werden kann und die Annahme des Analystenberichts bekräftigt.

Allerdings gab es auch gute Nachrichten aus dem Unternehmen: So verkündete Elon Musk, dass Tesla plane, das weltweite größte Batteriesystem zur Speicherung von erneuerbaren Energien in Australien zu bauen. Dort soll eine Gesamtleistung von 100 Megawatt erzeugt werden, was ausreicht um 30.000 Häuser mit Strom zu versorgen.

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Der Essensliefer- und Kreuzfahrten-Trend

Der Essensliefer-Trend

Der Hunger nagt, aber der eigene Kühlschrank hat nichts anzubieten? Dann wird einfach schnell und mit zunehmendem Trend häufiger bestellt und der Lieferdienst bringt die fertige Mahlzeit bis vor die Haustür. Der Umsatz der gesamten Essenslieferungsbranche für das letzte Jahr wird laut Datendienst Statista auf 73 Mrd. Dollar geschätzt. Auf dem deutschen Markt hat sich das Berliner Unternehmen Delivery Hero mit den bekannten Diensten „Lieferheld“ und „Pizza.de“ etabliert. Auch international hat sich das Unternehmen stark aufgestellt. In 42 Ländern ist Delivery Hero vertreten und davon in 35 der Marktführer.1
Nicht verwunderlich ist deshalb der Erfolg am vergangenen Freitag: Delivery Hero legte den größten Börsengang des Jahres in Deutschland hin. Der Eröffnungskurs übertraf bereits mit 26,90 Euro den Ausgabepreis von 25,50 Euro. Mit einem Schlusskurs von 27,80 Euro beendete Delivery Hero seinen ersten Handelstag.2

Der Kreuzfahrten-Trend

Die Kreuzfahrten-Branche boomt: Allein 6,7 Mio. Europäer haben sich vergangenes Jahr eine Schiffsreise gegönnt. Die Anzahl der Passagiere ist damit um 3,4 Prozent gestiegen im Vergleich zu 2015. Und damit nicht genug, das Wachstum geht weiter, jedes neue Schiff auf dem Markt ist schnell ausgebucht. Die Reisekonzerne wollen mehr investieren, um ihre Flotte aufzustocken, doch die größten Werften sind längst ausgelastet. In Europa werden tatsächlich nur vier Reedereien den Ansprüchen gerecht. Abhilfe durch asiatische Werften ist bislang nicht in Sicht, diese erfüllen die vorgegebenen Qualitätsstandards noch nicht.3

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Wirtschaftsstandort Dresden & „Allzeithoch“ beim Dax?

Wirtschaftsstandort Dresden

Große Neuigkeiten gibt es für Dresdens Wirtschaft. Zwei international tätige Unternehmen planen eine neue Fabrik in Dresden. Bosch hat vor, eine Milliarde Euro in die Chipproduktion zu investieren. Ab 2021 wird Bosch in Dresden Chips für vernetzte Geräte und die Industdresdenrie, besonders die Autobranche, fertigen. Neben Infineon und Globalfoundries siedelt sich somit ein dritter Chiphersteller in Dresden an.
Auch der US-Tabakkonzern Philip Morris hat sich für die sächsische Landeshauptstadt als Standort für eine neue Fabrik entschieden. 320 Millionen Dollar (knapp 290 Mio Euro) sind für die Fertigung von Tabaksticks für das elektrische Tabakerhitzersystem IQOS eingeplant. Ab 2019 soll so ein wichtiger Meilenstein für eine rauchfreie Zukunft geschaffen werden. Bei diesem Tabakerhitzsystem wird Tabak nicht verbrannt, sondern nur erhitzt. Der Dampf, der dabei erzeugt wird, soll geschmacklich dem Rauch der Zigarette ähneln.1

 

„Allzeithoch“ beim Dax?

Ein interessantes Interview gibt es auf n-tv von Frank Meyer mit Robert Halver (Kapitalmarktanalyse Baader Bank) vom 20. Juni 2017. Thema war das „Allzeithoch“ vom Dax, der kurz davorstand, den Rekord von 13.000 Punkten zu knacken. Doch kann man überhaupt von einem Allzeithoch sprechen? Robert Halver sieht dies kritisch. Zunächst spricht man nur von einem Allzeithoch beim deutschen Performanceindex. Der Kursindex steht aktuell bei 6.034 Punkten und liegt damit knapp 300 Punkte unter dem Allzeithoch vom 6. April 2015 bei 6.331 Punkten.2 Seine Wertung der Notenbankpolitik, europäischer Reformen und der zukünftigen Wirtschaft findet ihr im folgenden Video auf n-tv.3

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Ryanair befürchtet Lufthansa-Monopol & Vapiano geht an die Börse

Der Billigflieger Ryanair befürchtet Lufthansa-Monopol

Schon seit Längerem hLufthansaat Lufthansa ihr Interesse an der Übernahme von Air Berlin bekundet – unter der Bedingung, dass die Berliner Gesellschaft zuerst ihre Schulden in Milliardenhöhe abbauten. Bis dahin mietet Lufthansa Flugzeuge und Crew. Air Berlin zeigt sich trotz der Krise optimistisch und hofft laut eigenen Worten wieder auf Gewinne ab 2018. Die Übernahmeverhandlungen stoßen bei den Wettbewerbern auf Unmut. Der Lufthansa-Konkurrent Ryanair spricht sich besonders dagegen aus und würde lieber das Ausscheiden der Air Berlin vom Markt sehen. Sollte die deutsche Politik die Aussperrung von Wettbewerbern dadurch erlauben, wäre das „staatlich geförderter Protektionismus“1, sagte David O’Brien (Chief Commercial Officer) zur Welt am Sonntag.2

 

Vapiano geht an die Börse

Die Restaurantkette Vapiano ist eines der erfolgreichsten „Fast Casual Dining“ Unternehmen weltweit. Neben Pizza und Pasta hat das Unternehmen ab dem 27. Juni 2017 auch Aktien im Angebot, denn Vapiano bereitet ihren Börsengang vor. Dabei werden mehr als 30 Prozent aller Anteile in Streubesitz übergehen.3 Dank einer Unternehmensbewertung von ca. 634 Millionen Euro4 und einer regen Nachfrage ist das Orderbuch, laut Nachrichtenagentur Reuters, bereits am Anfang der Zeichnungsfrist gefüllt.5 Die Erlöse hat der Chef von Vapiano Jochen Halfmann für weitere Expansionen auf dem internationalen Gastronomiemarkt verplant.6

 


1 http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/fluggesellschaft-in-der-krise-ryanair-gegen-air-berlin-uebernahme-durch-lufthansa-15065350.html
2 https://www.handelsblatt.com/unternehmen/handel-konsumgueter/air-berlin-uebernahme-ryanair-befuerchtet-lufthansa-monopol/19945526.html
3 Euro am Sonntag, Nummer 24, 17.-23- Juni 2017, Seite 15
4 Euro am Sonntag, Nummer 24, 17.-23- Juni 2017, Seite 15
5 https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/aktien/vapiano-geplanter-boersengang-stoesst-auf-rege-nachfrage/19942342.html
6 Euro am Sonntag, Nummer 24, 17.-23- Juni 2017, Seite 15

Marktüberblick

Indizes

Der Dax konnte am Mittwoch der letzten Handelswoche ein neues Altzeithoch von 12921,50 markieren. Zum Ende der Woche hin geriet der Index etwas unter Verkaufsdruck und schloss die Woche mit 12760 Zählern, rund 100 Punkte unter der letzten Woche ab.
Es bleibt abzuwarten, ob dem Dax in dem kommenden „Urlaubsloch“ die Puste ausgeht und sich langsam einpendelt oder ob die jüngste Rally noch einmal fortgesetzt werden kann.
DAX 18.06.17

Zinsen/Zentralbanken

Mit Blick nach Amerika kam es am Mittwochabend zur erneuten Zinsentscheidung der „weißen Taube“ Janet Yellen, Währungshüterin der FED. Wie erwartet wurden erneute Zinserhöhungen präsentiert und den Erwartungen der Marktteilnehmer genüge getan. Künftig liegt die Zinsspanne von 1,00 bis 1,25 Prozent (+0,25%). Zudem sollen die in Vergangenheit gekauften Anleihen sukzessive abverkauft werden. Ziel der FED ist der Abbau der Bilanzsumme.

Wer nun glaubt, Herr Draghi macht es Frau Yellen nach, der irrt sich. Ein Blick auf die Zahlen der jüngsten Veröffentlichungen lässt erahnen, dass die EZB keinen Grund sieht, eine rasche Trendwende in ihrer ultralockeren Geldpolitik einzuleiten. Der Anstieg der Verbraucherpreise war im Mai bei nur noch knapp 1,4 % im Vgl. zum Vorjahresmonat (Mai 2017). Grund hierfür waren unter anderem die stagnierenden Anstiege der Energiepreise. Angestrebt wird eine Inflationsrate von knapp unter 2%.

Rohstoffe

Die Rohstoffpreise konnten sich zum Ende der letzten Handelswoche zwar etwas erholen (WTI 44,61 $, Brent 47,18 $), liegen aber dennoch nur knapp über dem Jahrestief. Die Rohölsorte Brent markierte dieses Tief am 15.6. bei rund 46,72 $. Grund dafür war die Tatsache, dass die US-Rohöllagerbestände nicht so stark wie von den Marktteilnehmern erwartet gesunken und im Gegenzug die Benzinlagerbestände um 2,1 Mio. Barrel angestiegen sind.
Öl 18.06.17

Eine spannende Handelswoche wünschen,

Katja Akulinin und Marcus Hüppe


Quellen:
http://www.finanzen.net/nachricht/zertifikate/wochenausblick-dax-nach-allzeithoch-unter-verkaufsdruck-faellt-jetzt-die-richtungsentscheidung-5532837
http://www.n-tv.de/wirtschaft/Baldige-EZB-Zinswende-ist-unwahrscheinlich-article19867938.html
https://go.guidants.com/#c/Dashboard
http://www.n-tv.de/wirtschaft/US-Notenbank-hebt-Leitzins-an-article19890735.html
http://www.rohstoff-welt.de/news/artikel.php?sid=62352#Oelpreise-Auf-Tauchstation