Marktüberblick

Börsengang von Voltabox, Hellofresh und Befesa & Milliardendeal bei BASF und Bayer

Voltabox-IPO

Der Eröffnungskurs am Freitag, dem 13.10.2017, lag bei 30 Euro, also gut 25% über den Ausgabekurs. Somit ist der im Volksglauben unglücksbringende Freitag der 13. ein für den Batteriehersteller Voltabox ein Glückstag. Die Nachfrage nach den Aktien überstieg das Angebot um das Zehnfache, dies spricht für den aktuellen Trend der Elektromobilität, an dem das Unternehmen partizipieren will. Inwiefern die Aktienbewertung bei gewissen Elektroherstellern wie Tesla & Co. gerechtfertigt ist, sei dahin gestellt.
Die Geschäftsleitung setzt bei ihren Batteriesystemen für Gabelstapler, Busse und andere Industriefahrzeuge auf Wachstumskurs. Ein Umsatzmarke von 100 Millionen Euro soll für das Jahr 2019 erzielt werden. Diesem Ziel steht ein vergangener Jahresumsatz von 14,5 Millionen Euro und ein Verlust von 3,7 Millionen Euro gegenüber.
Die Einnahmen des Börsengangs lagen bei 152 Millionen Euro, wobei der größte Teil dem Unternehmen zufließt. Das eingesammelte Kapital soll in Übernahmen sowie in die Produktionserweiterung investiert werden.

Platzierungspläne für die nächsten Wochen

Neben dem erfolgreichen Börsengang von Voltabox kündigten der Lieferdienst Hellofresh und der Metallrecycler Befesa ihre Platzierungspläne an. Dabei will Hellofresh zwischen 250 bis 300 Millionen und Befesa bis zu 800 Millionen einsammeln.1

Milliardendeal bei BASF und Bayer

Bayer will den größten Teil seines Unkrautvernichtungs- und Saatgutgeschäftes an BASF abgeben, für insgesamt 5,9 Milliarden Euro. Eine Bedingung stellt Bayer aber für diesen Deal in Aussicht: die erfolgreiche Übernahme des Konkurrenten Monsanto. Bayer will mit dem BASF-Deal möglichen amerikanischen und europäischen kartellrechtlichen Schwierigkeiten bezüglich der Monsanto-Übernahme vorbeugen.2


1 http://www.manager-magazin.de/finanzen/boerse/voltabox-25-prozent-plus-zum-boersendebuet-a-1172783.html
2 https://boerse.ard.de/aktien/milliardendeal-zwischen-bayer-und-basf100.html

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Tesla nicht mehr die Nummer 1

Tesla nicht mehr die Nummer 1

Das Kalifornische Unternehmen Tesla unter der Führung von Elon Musk musste letzte Woche einen rapiden Verfall des Börsenwerts in Kauf nehmen und ist nun nicht mehr der teuerste Autobauer der USA. Insgesamt verzeichnete die Aktie ein Minus von 20% in den letzten zwei Wochen und hat nun einen Börsenwert von knapp 50 Mrd. USD. Das ist ein Verlust von 13 Mrd. USD im Vergleich zum Höchststand am 23. Juni. Somit ist General Motors – gemessen am Börsenwert – wieder der größte Autobauer der USA.

Wo liegen die Ursachen? Es gab mehrere schlechte Nachrichten in letzter Zeit für das Unternehmen aus Palo Alto. Als erster Grund sind die am Montag veröffentlichten Absatzzahlen des Unternehmens zu nennen. Auf das erste Halbjahr gesehen, erreicht Tesla zwar noch seine selbst gesetzten Ziele. Im zweiten Quartal konnten jedoch nur 22.000 Fahrzeuge ausgeliefert werden, wohingegen die Erwartungen der Analysten enttäuscht wurden. Darüber hinaus verfehlte das neue Model S eine Bestnote in dem wichtigsten US-Sicherheitstest, welches die zukünftigen Erwartungen an diese Generation senkte.

Letztendlich hat ein Analystenbericht der US-amerikanischen Investmentbank Goldman Sachs den Ausschlag für den massiven Kursverlust gegeben. Dieser setze ein Kursziel von 180 USD für die nächsten sechs Monate, was bedeuten würde, dass die Tesla Aktie noch bis Jahresende um 40% fällt. Tesla selbst will seine Produktion in den nächsten Jahren auf jährlich 500.000 Fahrzeuge erhöhen. Aktuell werden 84.000 Fahrzeuge pro Jahr verkauft, sodass dieses selbst gesteckte Ziel als sehr optimistisch angesehen werden kann und die Annahme des Analystenberichts bekräftigt.

Allerdings gab es auch gute Nachrichten aus dem Unternehmen: So verkündete Elon Musk, dass Tesla plane, das weltweite größte Batteriesystem zur Speicherung von erneuerbaren Energien in Australien zu bauen. Dort soll eine Gesamtleistung von 100 Megawatt erzeugt werden, was ausreicht um 30.000 Häuser mit Strom zu versorgen.

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Der Essensliefer- und Kreuzfahrten-Trend

Der Essensliefer-Trend

Der Hunger nagt, aber der eigene Kühlschrank hat nichts anzubieten? Dann wird einfach schnell und mit zunehmendem Trend häufiger bestellt und der Lieferdienst bringt die fertige Mahlzeit bis vor die Haustür. Der Umsatz der gesamten Essenslieferungsbranche für das letzte Jahr wird laut Datendienst Statista auf 73 Mrd. Dollar geschätzt. Auf dem deutschen Markt hat sich das Berliner Unternehmen Delivery Hero mit den bekannten Diensten „Lieferheld“ und „Pizza.de“ etabliert. Auch international hat sich das Unternehmen stark aufgestellt. In 42 Ländern ist Delivery Hero vertreten und davon in 35 der Marktführer.1
Nicht verwunderlich ist deshalb der Erfolg am vergangenen Freitag: Delivery Hero legte den größten Börsengang des Jahres in Deutschland hin. Der Eröffnungskurs übertraf bereits mit 26,90 Euro den Ausgabepreis von 25,50 Euro. Mit einem Schlusskurs von 27,80 Euro beendete Delivery Hero seinen ersten Handelstag.2

Der Kreuzfahrten-Trend

Die Kreuzfahrten-Branche boomt: Allein 6,7 Mio. Europäer haben sich vergangenes Jahr eine Schiffsreise gegönnt. Die Anzahl der Passagiere ist damit um 3,4 Prozent gestiegen im Vergleich zu 2015. Und damit nicht genug, das Wachstum geht weiter, jedes neue Schiff auf dem Markt ist schnell ausgebucht. Die Reisekonzerne wollen mehr investieren, um ihre Flotte aufzustocken, doch die größten Werften sind längst ausgelastet. In Europa werden tatsächlich nur vier Reedereien den Ansprüchen gerecht. Abhilfe durch asiatische Werften ist bislang nicht in Sicht, diese erfüllen die vorgegebenen Qualitätsstandards noch nicht.3

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Wirtschaftsstandort Dresden & „Allzeithoch“ beim Dax?

Wirtschaftsstandort Dresden

Große Neuigkeiten gibt es für Dresdens Wirtschaft. Zwei international tätige Unternehmen planen eine neue Fabrik in Dresden. Bosch hat vor, eine Milliarde Euro in die Chipproduktion zu investieren. Ab 2021 wird Bosch in Dresden Chips für vernetzte Geräte und die Industdresdenrie, besonders die Autobranche, fertigen. Neben Infineon und Globalfoundries siedelt sich somit ein dritter Chiphersteller in Dresden an.
Auch der US-Tabakkonzern Philip Morris hat sich für die sächsische Landeshauptstadt als Standort für eine neue Fabrik entschieden. 320 Millionen Dollar (knapp 290 Mio Euro) sind für die Fertigung von Tabaksticks für das elektrische Tabakerhitzersystem IQOS eingeplant. Ab 2019 soll so ein wichtiger Meilenstein für eine rauchfreie Zukunft geschaffen werden. Bei diesem Tabakerhitzsystem wird Tabak nicht verbrannt, sondern nur erhitzt. Der Dampf, der dabei erzeugt wird, soll geschmacklich dem Rauch der Zigarette ähneln.1

 

„Allzeithoch“ beim Dax?

Ein interessantes Interview gibt es auf n-tv von Frank Meyer mit Robert Halver (Kapitalmarktanalyse Baader Bank) vom 20. Juni 2017. Thema war das „Allzeithoch“ vom Dax, der kurz davorstand, den Rekord von 13.000 Punkten zu knacken. Doch kann man überhaupt von einem Allzeithoch sprechen? Robert Halver sieht dies kritisch. Zunächst spricht man nur von einem Allzeithoch beim deutschen Performanceindex. Der Kursindex steht aktuell bei 6.034 Punkten und liegt damit knapp 300 Punkte unter dem Allzeithoch vom 6. April 2015 bei 6.331 Punkten.2 Seine Wertung der Notenbankpolitik, europäischer Reformen und der zukünftigen Wirtschaft findet ihr im folgenden Video auf n-tv.3

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