Kommende Termine

16.04.2018

Montagstreff - Einstieg ins Semester

Zeit: 18:30 Uhr (7. DS)

Ort: Hörsaalzentrum der TU Dresden, Raum E03

Aktuelles

Leider kann unser Kontakt der BNP Paribas aus termintechnischen Gründen nicht am 15.01. zu uns kommen. Der Vortrag wird deshalb ins nächste Semester verschoben. Trotzdem findet der Montagstreff wie geplant statt, nur werden wir euch einen Überblick über das Jahr 2018 geben. Wir hoffen weiterhin auf euer zahlreiches Kommen.

Neuigkeiten

Quantitative Easing in Japan & Anstieg der IPOs in Italien

Quantitative Easing in Japan

Vor fünf Jahren wurde Shinzo Abe zum Premierminister Japans gewählt. Mit ihm begannen die sogenannten Abenomics, ein Paket aus erhöhten Staatsausgaben, politischen Reformen und vor allem expansiver Geldpolitik. Die Bank of Japan kaufte seitdem besonders viele Staats- und Unternehmensanleihen und investierte in Aktienfonds. Der Nikkei 225 legte in Folge dessen seit 2012 um über 140% zu. Besonders exportorientierte Unternehmen konnten von dem resultierenden schwachen japanischen Yen (-30% zum USD) profitieren. Aber auch realwirtschaftliche Effekte, wie ein steigendes BIP (+11%) und eine niedrige Arbeitslosigkeit von 3% konnten durch das Programm erreicht werden.¹ Der Preis dieser Politik sind eine anhaltend hohe Staatsverschuldung von momentan 240% des BIPs und eine extrem hohe Bilanzsumme der japanischen Zentralbank (siehe Grafik oben).² Diese liegt mittlerweile bei 518 Trillionen JPY und damit über der der FED und nur ca. 10% unter der Bilanzsumme der EZB, welche für den gesamten EURO-Raum (und damit fast mehr als die doppelte Wirtschaftsleistung) zuständig ist.³ Abe wurde wohl auch aufgrund dieser guten Wirtschaftsdaten im Oktober deutlich wiedergewählt. Das Hauptziel seiner Politik, eine Inflation von 2%, hat er aber selbst mit so viel Geld nicht erreichen können (aktuell +0,7%).

Anstieg der IPOs in Italien

In vergangenen Newslettern berichteten wir öfter darüber, dass immer weniger Unternehmen und auch Start-ups den Gang an die Börse wagen. Ausgerechnet in Italien, wo viel über kriselnde Banken berichtet wurde, hat sich zu dieser Entwicklung ein Gegentrend gezeigt. So wurden an der Borsa Italiana in Mailand seit Jahresbeginn bereits 24 Unternehmen neu an der Börse gelistet. Grund könnten sogannente PIRs sein⁴, steuerpriveligierte Anlageformen, die in diesem Jahr von der italienischen Regierung eingeführt wurden. Sie sehen unter anderem vor, dass ein gewisser Anteil in italienische Firmen bzw. kleine und mittelständische Firmen investiert werden muss. 7,5 Mrd. EUR ⁵ sind seit Anfang des Jahres bereits in diese Anlageform geflossen. Ob diese staatliche Maßnahme sich auch nachhaltig auf die Aktienentwicklungen auswirken wird, muss sich erst noch zeigen. Der FTSE MIB, Leitindex Italiens mit 40 Unternehmen, hat den DAX im YTD-Vergleich bereits um rund 3 Prozent bei leicht höherer Volatilität outperformed.

¹ https://www.economist.com/news/finance-and-economics/21731419-growth-has-pickedup-not-inflation-what-five-years-abenomics-has-and-has
² http://www.deutschlandfunk.de/wahl-in-japan-klarer-sieg-fuer-abenomics.769.de.html? dram:article_id=398930
³ https://tradingeconomics.com/japan/central-bank-balance-sheet
⁴ https://www.economist.com/news/finance-and-economics/21731674-private-equity-firms- and-special-purpose-vehicles-also-do-their-bit-italys-new
⁵ http://www.investmenteurope.net/regions/italy/italys-pir-funds-capitalising-on-newinstruments

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Geely und die fliegenden Autos & bei Siemens brennt die Luft

Geely und die fliegenden Autos

Geely ist ein chinesischer Automobilhersteller, der in den letzten Jahren Marken wie Volvo (in 2013) und Lotus (in 2017) zugekauft hat. Aber auch die Eigenmarken Emgrad, Englon, Panda und Shanghai Maple erfreuen sich besonders in China großer Beliebtheit.
Am Montag, dem 13. November, bestätigte die Volvo-Mutter Geely die Übernahme des Start-Ups Terrafugia. Terrafugia ist ein von fünf MIT-Absolventen gegründetes Unternehmen mit dem Ziel, das erste fliegende Auto auf den Markt zu bringen. Terrafugias Pläne sehen vor, 2019 ein erstes Modell zu veröffentlichen. Dieses Modell wird jedoch einem Flugzeug mehr ähneln als einem Auto. Erst in 2023 soll das erste VTOL (Senkrecht-Start-und-Landung)-Fahrzeug auf dem Markt erscheinen. Trotz des chinesischen Käufers soll Terrafugia’s Hauptsitz weiterhin in den USA bleiben und man soll auch künftig unabhängig an der Mission arbeiten, ein Auto mit Flugeigenschaften zu bauen. Dennoch wurde ein neuer Vorstand und CEO eingesetzt.
Ein weiteres Plus: Bereits in der letzten Woche hat die Ratingagentur Moody’s erklärt, dass die letzten Käufe von drei neuen chinesischen Motoren- und Getriebefabriken zu keiner direkten Ratingveränderung führen werden.
Die Aktie startete in das Jahr (02.01.) mit einem Kurs von 0,90 €. Nach einem stetigen Kursanstieg erreichte der Wert Anfang Oktober seinen Höchststand von 3,04 € und korrigierte sich dann im Verlauf des Monats auf 2,50 €. Ende dieser Woche verpasste die Aktie einen neuen Höchststand mit einem Wert von 3,03 € nur knapp. Der Umsatz im Jahr 2017 soll um 67 Prozent steigen. In 2018 ist ein Wachstum von 54 Prozent in Aussicht gestellt.
Wir dürfen also gespannt sein, ob sich der Trend der Aktie in den nächsten Wochen fortsetzen wird.

Bei Siemens brennt die Luft

Siemens konkretisierte seine Sparpläne und gab bekannt, im Laufe der nächsten Jahre über 6900 Stellen zu streichen, 6100 davon in der Kraftwerkssparte, die unter der Energiewende leidet. Besonders betroffen ist Sachsen, denn die Turbinenwerke in Görlitz und Leipzig sollen geschlossen werden. Das Werk in  Erfurt soll verkauft werden. Weitere Stellen werden in  Berlin, Offenbach, Erlangen und Mülheim an der Ruhr gestrichen.
Schon seit Anfang November, nachdem der Sparkurs angekündigt wurde, wird ein stetiger Kursabfall verzeichnet. Begleitet von Streiks fiel der Kurs der Aktie im Laufe der Woche von 117,05 € auf 115,02 €.

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Ubisoft vs. Vivendi & Apple feiert Verkaufsjubiläum

Ubisoft vs. Vivendi

In der virtuellen Welt der erfolgreichen Computerspiele wie Assassin’s Creed wird die Heldenfigur vor mächtige Gegner und schwierige Kämpfe gestellt. Auch das dahinterstehende Unternehmen Ubisoft sieht sich großen Herausforderungen gegenüber. Der französische Spielehersteller kauft seine Aktien zurück, was den Aktienkurs nach oben treibt. Das Ziel ist es bis zum Ende des Jahres 4 Mio. Papiere vom Markt zu nehmen. Mit diesem Plan möchte Ubisoft seine eigenen Anteile stärken, um die feindliche Übernahme durch den Medienkonzern Vivendi abzuwehren. Das ebenfalls französische Unternehmen hält aktuell rund 27 Prozent aller Aktien. Sobald die Grenze von 30 Prozent überschritten wird, muss Vivendi gemäß französischem Recht dem Spielehersteller ein Kaufangebot unterbreiten. Im anderen Fall müssen die Aktien unverzüglich verkauft werden. Vivendi wird sich laut Expertenmeinungen das lukrative Geschäft wohl nicht entgehen lassen. Im vergangenen Jahr hatte Ubisoft einen Umsatz von 109 Mrd. Dollar. Zudem hat die Nachrichtenplattform Newzoo das weltweite Wachstum des Gaming-Marktes für 2017 auf rund 22 Prozent geschätzt.1

 

Apple feiert Verkaufsjubiläum

Apple fiebert seinem zehnjährigen Verkaufsjubiläum in der iPhone-Sparte entgegen. Gefeiert wird diese mit der Markteinführung seines bisher teuersten Smartphone, dem iPhone X. Der Mindestpreis beläuft sich auf 1.149 Euro für ein Gerät. Die Kunden sind jedoch nicht abgeschreckt, denn die Nachfrage ist sehr groß. In diesem Zusammenhang berichtete Apple immer wieder über Produktionsengpässe. Im vergangenem Quartal konnte ein Gewinnwachstum von rund 19 Prozent verzeichnet werden. Am letzten Donnerstag erlebte die Apple-Aktie im nachbörslichen Handel ein Rekordhoch. Mit einer Marktbewertung von 868 Mrd. Dollar stellt Apple nicht nur den Konkurrenten Samsung Electronics mit einer Bewertung von 350 Mrd., sondern auch den Google-Mutterkonzern Alphabet mit 720 Mrd. in den Schatten.2

¹ Euro am Sonntag, 4.-10. November 2017, Nr. 44, S. 24
² Euro am Sonntag, 4.-10. November 2017, Nr. 44, S. 13

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