Kommende Termine

07.-09.2018

Prüfungszeit/Sommerpause

Zeit: Juli - September 2018

Ort: Dresden

Wir wünschen allen Mitgliedern einen erholsamen Sommer!

Aktuelles

Eine weitere Prüfungszeit beginnt und die IGB geht in die Sommerpause.

 Wir wünschen allen Studenten eine erfolgreiche Prüfungszeit und allen Mitgliedern einen schönen Sommer.

Weiter geht es dann im neuen Semester im Oktober 2018. Wir freuen uns darauf alle erholt wiederzusehen.

Neuigkeiten

Staatsbesuche in Washington

Wochenüberblick

Die vergangene Woche stand ganz im Zeichen europäischer Staatsbesuche in den USA. Zunächst reiste am Montag Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nach Washington. Anders als bei ihrem ersten Treffen zeigten sich Trump und Macron mehr als versöhnlich. Mit Wangenküsschen, Hände halten und allen erdenklichen militärischen Ehren inszenierten beide Präsidenten eine ungeahnte Harmonie, die jedoch ihre inhaltliche Differenzen nicht verdecken konnte. So bemühte sich Macron vor allem darum, Trump von Strafzöllen auf Stahl und Aluminium aus der EU abzuhalten. Er argumentierte, dass man keine Handelskriege gegen Verbündete führen darf und solche Konflikte ohnehin durch die WTO geregelt werden. Dadurch ließ sich Trump jedoch nicht beeindrucken. Der US-Präsident lobte zwar die ausgeglichenen Handelsbeziehungen zwischen den USA und Frankreich, zeigte sich aber mit der Handelspolitik der EU gegenüber den USA äußerst unzufrieden. Auch Angela Merkel, die am Freitag freundlich zum Arbeitsbesuch empfangen wurde, konnte bisher nichts daran ändern. Schon vor ihrem Abflug nach Washington war aus Regierungskreisen zu hören, dass man nicht mit einer Einigung bezüglich der Handelsfragen rechnet. Somit werden aller Voraussicht nach am 1. Mai auch Strafzölle auf Produkte aus der EU wirksam. Ob diese Sanktionen den hohen Exportüberschuss der EU senken werden, ist mehr als fraglich, wie das Beispiel Deutschland zeigt. Lediglich zwei der insgesamt 68 Milliarden Euro des deutschen Handelsüberschusses bzgl. der USA sind auf Stahl und Aluminium zurückzuführen. Hinzukommt die Tatsache, dass viele Stahlsorten, z. B. besonders feste und extrem dünne, nur von europäischen Herstellern produziert werden. Die USA wären also gezwungen, den Stahl samt Strafzöllen trotzdem zu importieren. Für die metallverarbeitende US-Industrie dürften das keine guten Neuigkeiten sein und auch Donald Trump könnte am Ende negative Auswirkungen spüren. Schließlich beschäftigt die verarbeitende Stahl- und Aluminiumindustrie 6,5 Mio. Personen gegenüber 140000 in der erzeugenden Industrie. Möglicherweise sehen sich dann einige US-Firmen dazu veranlasst, ihre Produktion zur Kostensenkung ins Ausland zu verlagern. Daher dürfen wir gespannt bleiben, wie sich der Handelskonflikt fortsetzt und uns fragen, ob die nahenden Strafzölle nur als Drohung und Vorgeschmack auf kommende Maßnahmen der USA verstanden werden sollen.Ebenso gegensätzlich stellten sich die Positionen der Europäer und Amerikaner im Streitpunkt Iran-Deal dar. Während Macron davon sprach, dass ein ersatzloses Aufkündigen des Atomabkommens für ihn nicht in Frage komme, ließ Donald Trump offen, ob er sich am 12. Mai für oder gegen die Verlängerung des Vertrages entscheidet. Um vor Verstreichen der Frist noch eine Einigung zu erreichen, arbeiten Diplomaten beider Seiten des Atlantiks seit einigen Wochen an einem Entwurf für ein Zusatzabkommen. Dieses soll ein iranisches Atombombenprojekt auch nach 2025, sowie iranische Raketenprogramme und Interventionen in den aktuellen Nahost-Kriegen verhindern. Dolch auch hier ist es fraglich, ob der Iran einem solchen Vertrag zustimmen würde. Sollte keine Einigung zustandekommen, droht der wirtschaftliche Wiederaufbau und vor allem der florierende Export von Öl aus dem Iran schnell Geschichte zu sein. Schon jetzt befindet sich der iranische Rial im freien Fall, weshalb Wechselstuben keine US-Dollar mehr herausgeben. Die Dollar-Einnahmen aus dem Öl-Export, die 30% des Staatshaushalts ausmachen, bleiben ebenfalls nahezu wirkungslos, da sie aufgrund noch bestehender Sanktionen nicht komplett umgetauscht werden können. Der Iran ist daher nicht mehr weit von einer neuen Wirtschafts- und auch Sicherheitskrise entfernt.

 


¹ https://www.welt.de/politik/ausland/article175791184/Besuch-in-Washington-Macrons-gute-Beziehung-zu-Trump-hat-sich-bisher-noch-nicht-ausgezahlt.html
² http://m.dw.com/de/irans-wirtschaft-in-der-sackgasse/a-43406541?xtref=https%253A%252F%252Fwww.google.de%252F
³ https://m.focus.de/politik/deutschland/merkel-in-washington-trotz-kuesschen-keine-kompromisse-bei-merkels-besuch-im-weissen-haus_id_8843392.html
http://m.faz.net/aktuell/politik/ausland/angela-merkel-bei-donald-trump-besuch-der-konkurrentin-15561315.html
http://www.sueddeutsche.de/wirtschaft/welthandel-mit-strafzoellen-laesst-sich-kein-handels-plus-abbauen-1.3957774
https://www.morgenpost.de/politik/article214112237/Beim-Besuch-von-Macron-gibt-es-Kuesse-fuer-Donald-Trump.html

Marktüberblick

Indizes

Nachdem der DAX in der vergangenen Woche einen leichten Kursrückgang verzeichnete, schloss er diesen Freitag bei 12.580 Punkten und legt im Vergleich zur vorhergehenden Handelswoche um etwa 80 Punkte (+0,64%) zu. In der bevorstehenden Handelswoche erwarten die Anleger wieder Quartalszahlen. Außerdem wird sich der DAX aufgrund des handelsfreien Dienstag wahrscheinlich mehr an der US-Börse orientieren. Der DOW JONES hat sich nach ebenfalls schwachen Wochenstart bei 24.311 Punkten eingependelt. Somit hat dieser im Verlauf der Woche ein Minus von 11,15 Punkten (-0,05%) eingefahren. Gründe dafür könnte unter anderem die zunehmende Anspannung des Handelsverhältnisses zwischen den USA und China mit den anstehenden Strafzöllen und der noch ausstehenden Entscheidung zu dem Atomabkommen zwischen dem Iran und der USA sein.

 

Währungen

Die Kursbewegung von der Gemeinschaftswährung EUR/USD war in der vergangenen Woche kaum spürbar, der Kurs verzeichnet sich aktuell 1,2131. Demnach kostet der Dollar aktuell 0,8243€.

 

Rohstoffe

Die Ölpreise geben nach dem leichten Aufwärtstrend in dieser Handelswoche wieder nach. Grund dafür ist die Befürchtung, dass die USA aus dem Atomabkommen mit dem Iran aussteigt. Hierzu ist jedoch noch keine Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump gefällt worden. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent kostet aktuell 74,52 USD. Der Goldpreis hat sich am vergangenen Freitag bei 1.322,80 USD eingependelt, das ist ein leichtes Plus von 0,1%. Damit zeigt sich Gold unbeeindruckt von den aktuellen Konjunkturindikatoren der EZB und der US-Notenbank.

Eine spannende Handelswoche wünschen,
Leo Strelow und Thomas Berger


¹ https://www.finanzen.net/rohstoffe/goldpreis
² https://www.wallstreet-online.de/nachricht/10495722-boerse-daily-sonntag-dax-volkswagen-sap-deutsche-telekom-heidelbergcement-fresenius-wacker-chemie-nokia
³ https://de.investing.com/commodities/real-time-futures

Vorstandsfahrt in Breslau

Wie jedes Jahr machte sich der neue Vorstand am 20. April auf den Weg zu einem Workshop-Wochenende in Breslau, abseits des Trubels und der Ablenkung des Alltages. Dort sollten die wichtigsten Themen des folgenden Jahres besprochen und in Gruppen erarbeitet werden, wobei der Vorstand tatkräftig vom Beirat unterstützt wurde. So wurden Pläne für die geplanten Events, die Börsenfahrt nach New York und den immer zweiwöchig stattfindenden Montagstreff geschmiedet. Natürlich wurde die Zeit auch dafür genutzt sich außerhalb der Uni persönlich besser kennenzulernen, indem wir bei schönstem Wetter interessante Ecken der Studentenstadt Breslau besichtigten und abends auf den erfolgreichen Tag anstießen. Mit tollen Plänen und Events im Gepäck fahren wir zurück und freuen uns auf das kommende Jahr!

Steinhoff – Das Ende einer Ära?

Die Aktie des zweitgrößten Möbelkonzerns galt lange als der Liebling von Aktionären. Nachdem die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte die Bestätigung der Unternehmensbilanz verweigerte, wurde die Bilanzmanipulationen Ende 2017 bekannt. Der Aktienkurs fiel unter die Marke von 0,5 Euro, ein Verlust von gut 90 %.

Doch was führte zu dem Niedergang des einstigen Möbelgiganten?

Die Ära des Möbelkonzerns mit seinem Ursprung in Westerstede bei Bremen begann im Jahr 1965. Schon seit Beginn setzte das Unternehmen auf die Fertigung seiner Produkte außerhalb der BRD und konnte somit seine starke Expansion beschleunigen. Folglich erkannte die Unternehmensführung das Potenzial der Absatzmärkte außerhalb Deutschlands und Europas und siedelte sich beispielsweise in Südafrika an. Dabei wurden auch Ansiedlungen in geopolitisch schwierigen Märkten präferiert, wo die Konkurrenzsituation dementsprechend geringer ausfiel. So viel zu dem unternehmerischen Geschick, welches den Konzern zu seiner einstigen Größe verholfen hat.
Insbesondere in den letzten Jahren führten die überzogenen Expansionspläne zu einer ungebremsten Verschuldung des Konzerns, welche versucht wurde zu verschleiern. Dabei wurden unrentable Tochterunternehmen über Scheinfirmen an Steinhoff verkauft umso die Bilanz „aufzuhübschen“.
Durch die kürzlich verkauften Anteile an dem Tochterunternehmen Star konnten knapp 250 Millionen Euro akquiriert werden. Dabei stellt sich die Frage, ob nun „Zwangsverkäufe“ zur Regel gehören und profitable Bereiche zu günstig veräußert werden, um die finanzielle Notlage abzufedern. Inwiefern der Konzern als Einheit bestehen bleibt ist fraglich. ¹ ²

 


¹ Capital, April, 2018
² https://boerse.ard.de/aktien/das-steinhoff-drama100.html

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