Quantitative Easing in Japan & Anstieg der IPOs in Italien

Quantitative Easing in Japan

Vor fünf Jahren wurde Shinzo Abe zum Premierminister Japans gewählt. Mit ihm begannen die sogenannten Abenomics, ein Paket aus erhöhten Staatsausgaben, politischen Reformen und vor allem expansiver Geldpolitik. Die Bank of Japan kaufte seitdem besonders viele Staats- und Unternehmensanleihen und investierte in Aktienfonds. Der Nikkei 225 legte in Folge dessen seit 2012 um über 140% zu. Besonders exportorientierte Unternehmen konnten von dem resultierenden schwachen japanischen Yen (-30% zum USD) profitieren. Aber auch realwirtschaftliche Effekte, wie ein steigendes BIP (+11%) und eine niedrige Arbeitslosigkeit von 3% konnten durch das Programm erreicht werden.¹ Der Preis dieser Politik sind eine anhaltend hohe Staatsverschuldung von momentan 240% des BIPs und eine extrem hohe Bilanzsumme der japanischen Zentralbank (siehe Grafik oben).² Diese liegt mittlerweile bei 518 Trillionen JPY und damit über der der FED und nur ca. 10% unter der Bilanzsumme der EZB, welche für den gesamten EURO-Raum (und damit fast mehr als die doppelte Wirtschaftsleistung) zuständig ist.³ Abe wurde wohl auch aufgrund dieser guten Wirtschaftsdaten im Oktober deutlich wiedergewählt. Das Hauptziel seiner Politik, eine Inflation von 2%, hat er aber selbst mit so viel Geld nicht erreichen können (aktuell +0,7%).

Anstieg der IPOs in Italien

In vergangenen Newslettern berichteten wir öfter darüber, dass immer weniger Unternehmen und auch Start-ups den Gang an die Börse wagen. Ausgerechnet in Italien, wo viel über kriselnde Banken berichtet wurde, hat sich zu dieser Entwicklung ein Gegentrend gezeigt. So wurden an der Borsa Italiana in Mailand seit Jahresbeginn bereits 24 Unternehmen neu an der Börse gelistet. Grund könnten sogannente PIRs sein⁴, steuerpriveligierte Anlageformen, die in diesem Jahr von der italienischen Regierung eingeführt wurden. Sie sehen unter anderem vor, dass ein gewisser Anteil in italienische Firmen bzw. kleine und mittelständische Firmen investiert werden muss. 7,5 Mrd. EUR ⁵ sind seit Anfang des Jahres bereits in diese Anlageform geflossen. Ob diese staatliche Maßnahme sich auch nachhaltig auf die Aktienentwicklungen auswirken wird, muss sich erst noch zeigen. Der FTSE MIB, Leitindex Italiens mit 40 Unternehmen, hat den DAX im YTD-Vergleich bereits um rund 3 Prozent bei leicht höherer Volatilität outperformed.

¹ https://www.economist.com/news/finance-and-economics/21731419-growth-has-pickedup-not-inflation-what-five-years-abenomics-has-and-has
² http://www.deutschlandfunk.de/wahl-in-japan-klarer-sieg-fuer-abenomics.769.de.html? dram:article_id=398930
³ https://tradingeconomics.com/japan/central-bank-balance-sheet
⁴ https://www.economist.com/news/finance-and-economics/21731674-private-equity-firms- and-special-purpose-vehicles-also-do-their-bit-italys-new
⁵ http://www.investmenteurope.net/regions/italy/italys-pir-funds-capitalising-on-newinstruments

Marktüberblick

Indizes

Der DAX startete am Montag mit 12.932 Punkten und erreichte sein Hoch am Dienstag mit 13.209 Punkten. Das Tief lag bei 12.921 Punkten. Der Kursverlauf gestaltete sich in dieser Woche recht volatil und der DAX schloss mit einem Prozent Gewinn bei 13.059 Punkten. Es bleibt abzuwarten, ob es eine Endjahresrallye dieses Jahr geben wird.
Der Dow Jones verzeichnete ebenfalls ein Wochenplus von einem Prozent. Er schloss am Freitag bei 23.558 Punkten und befindet sich weiterhin im Aufwärtstrend.

 

Währungen

Am Montag begann die Woche für das Währungspaar EUR/USD bei 1,1762 EUR und konnte einen Wochengewinn von 1,4% realisieren. Das Hoch lag am Freitag bei 1,1945 EUR. Es bleibt abzuwarten, ob die Marke von 1,20 EUR in diesem Jahr erneut erreicht wird. Der Leitzins der EZB beträgt noch 0%, während die Federal Reserve ihre Zinsen weiter anhebt auf zuletzt 1,25%. Es ist möglich, dass die FED noch einmal den US Leitzins im Dezember anhebt.

 

Rohstoffe

Der Goldpreis startete am Montag bei 1293$ und hatte sein Hoch am gleichen Tag mit 1294$. Der Goldpreis veränderte sich nahezu nicht. Er schloss bei 1287$. Aufs Jahr gesehen befindet sich Gold in einer Seitwärtsbewegung.
Der Ölpreis (WTI) verbuchte mit 4% einen starken Wochengewinn. Am Montag eröffnete der WTI mit 56,69$ und erreichte sein Hoch am Freitag mit 59,05$. Er schloss mit 58,95$. Der Ölpreis befindet sich in einer Aufschwungphase. Die Entwicklung des Preises lässt sich laut den Analysten von Goldman Sachs durch einen Mix aus den Förderkürzungen der OPEC, der anhaltenden Nachfrage der Weltkonjunktur und die ständigen geopolitischen Spannungen erklären.

Eine erfolgreiche Handelswoche wünschen,

Christoph Sager und Felix Albrecht

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