Steinhoff – Das Ende einer Ära?

Die Aktie des zweitgrößten Möbelkonzerns galt lange als der Liebling von Aktionären. Nachdem die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte die Bestätigung der Unternehmensbilanz verweigerte, wurde die Bilanzmanipulationen Ende 2017 bekannt. Der Aktienkurs fiel unter die Marke von 0,5 Euro, ein Verlust von gut 90 %.

Doch was führte zu dem Niedergang des einstigen Möbelgiganten?

Die Ära des Möbelkonzerns mit seinem Ursprung in Westerstede bei Bremen begann im Jahr 1965. Schon seit Beginn setzte das Unternehmen auf die Fertigung seiner Produkte außerhalb der BRD und konnte somit seine starke Expansion beschleunigen. Folglich erkannte die Unternehmensführung das Potenzial der Absatzmärkte außerhalb Deutschlands und Europas und siedelte sich beispielsweise in Südafrika an. Dabei wurden auch Ansiedlungen in geopolitisch schwierigen Märkten präferiert, wo die Konkurrenzsituation dementsprechend geringer ausfiel. So viel zu dem unternehmerischen Geschick, welches den Konzern zu seiner einstigen Größe verholfen hat.
Insbesondere in den letzten Jahren führten die überzogenen Expansionspläne zu einer ungebremsten Verschuldung des Konzerns, welche versucht wurde zu verschleiern. Dabei wurden unrentable Tochterunternehmen über Scheinfirmen an Steinhoff verkauft umso die Bilanz „aufzuhübschen“.
Durch die kürzlich verkauften Anteile an dem Tochterunternehmen Star konnten knapp 250 Millionen Euro akquiriert werden. Dabei stellt sich die Frage, ob nun „Zwangsverkäufe“ zur Regel gehören und profitable Bereiche zu günstig veräußert werden, um die finanzielle Notlage abzufedern. Inwiefern der Konzern als Einheit bestehen bleibt ist fraglich. ¹ ²

 


¹ Capital, April, 2018
² https://boerse.ard.de/aktien/das-steinhoff-drama100.html

Marktüberblick

 

Indizes

Am Wochenende wurden die Aktienbörsen von ermutigenden Geschäftszahlen gestützt. Aus Furcht vor einer anziehenden Teuerung und einer rascheren Straffung der Geldpolitik scheuten Anleger jedoch größere Käufe. Der DAX schloss am Freitag auf Wochenbasis 0,6 Prozent im Plus bei 12.540,50 Punkten, der EuroStoxx50 ging mit +1,3% deutlich im Plus bei 3492,02 Zählern ins Wochenende.
Zum Wochenschluss haben die US-Börsen unter Gewinnmitnahmen gelitten. Der Dow Jones Industrial weitete sein Minus am Freitag aus und ging 0,82 Prozent tiefer bei 24 462,94 Punkten über die Ziellinie. Für den Leitindex der Wall Street war es der dritte schwache Handelstag in Folge. Gestützt auf seine Kursgewinne am Montag und Dienstag rettete er sich im Wochenvergleich aber dennoch mit einem Plus von 0,4 Prozent ins Ziel. ¹

 

Währungen

Der EUR/USD eröffnete am Montag bei 1.23320 Punkten und ging mit 1.2286 Punkten mit einem kleinen Minus aus der Handelswoche. Damit bewegt er sich weiter in einer Trading Range, die seit 12 Wochen besteht.

 

Rohstoffe

Die Ölpreise haben am Freitag den Höhenflug der vergangenen Tage vorerst gestoppt. Nach Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump auf Twitter gaben die Notierungen ihre zwischenzeitlichen Gewinne wieder ab. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Auslieferung im Juni kostete gegen Mittag 73,69 US-Dollar. Das waren neun Cent weniger als am Vortag. Der Preis für ein Fass der amerikanischen Sorte West Texas Intermediate(WTI) zur Lieferung im Mai fiel um sieben Cent auf 68,22 Dollar.²

Eine spannende Handelswoche wünschen,
Moritz Huth und Maximilian Gauglitz


¹ https://de.investing.com/news/aktienmarkt-nachrichten/borsen-auf-richtungssuche–inflationangst-versus-bilanzen-554003
² https://de.investing.com/news/rohstoffe-futures-nachrichten/olpreise-gesunken–baker-hughes-meldet-anstieg-der-usbohrlocher-553984

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