Von Strafzöllen und Höhenflügen

Ankündigung von Strafzöllen gegen China

Erneut hat Donald Trump Strafzölle angekündigt. „Die USA können es nicht länger hinnehmen, ihre Technologie und ihr intellektuelles Eigentum durch unfaire Handelspraktiken zu verlieren“, sagte der amerikanische Präsident in einem Interview mit Fox News im Hinblick auf die Strafzölle gegen China.1 Es handelt sich dabei um die zweite Androhung von Importzöllen auf chinesische Waren, wobei kürzlich erst Handelsgespräche zwischen den beiden Konfliktpartnern stattfanden. Es soll sich nun um Zölle von 25 Prozent auf über 1100 chinesische Waren und Produktgruppen handeln. Chinas Reaktion sind Vergeltungszölle von 25 Prozent auf 659 US-Produkte. Bei beiden handelt es sich um ein Volumen von jeweils 50 Milliarden Dollar. China nimmt allerdings davon Abstand, dass es sich bereits um einen Handelskrieg handeln soll.2
Die Wall Street und damit die amerikanischen Investoren zeigten kaum Reaktionen. Der Aktienindex S&P 500 verlor nur 0,1 Prozent. Europäische Anleger hingegen reagierten deutlich nervöser. Der DAX sank am Freitag um 0,74 Prozent. Unklar ist noch, ob in naher Zukunft auch europäische Autos mit Zöllen belegt werden, da die Strafzölle in China auch die Autos dort betreffen. Da die Stimmung an der Wall Street allerdings meist ein Indikator dafür ist, wie sich die Märkte weltweit entwickeln, bleibt das Ausmaß der Strafzölle und des Konfliktes abzuwarten.3

 

Höhenflug bei Infineon?

Die Lage für den Technologiekonzern Infineon sieht auch zukünftig gut aus. Im Jahr 2000 wurde Infineon von Siemens an die Börse gebracht. Heute kurbeln die Nachfrage nach Chips für Autos und die Digitalisierung in Industrie und Alltag das Geschäft für einen der größten Fertigungs- und Technologieentwicklungsstandorte an. Im Geschäftsjahr 2017, welches bis zum 30. September lief, wurde ein Umsatz von rund 7 Milliarden Euro und ein Gewinn von 790 Millionen Euro generiert. Im kommenden Geschäftsjahr 2018/2019 wird eine Umsatzsteigerung von zehn Prozent aufgrund der guten Auftragslage erwartet. In den darauffolgenden Jahren rechnet das Unternehmen mit einem Plus von ca. neun Prozent. Um das Wachstum langfristig nicht auszubremsen sind Investitionen in effizientere Fertigungsanlagen geplant.
Auch an der Börse spiegelt sich die positive Entwicklung wider. Die Aktie befindet sich seit Jahren in einem Aufwärtstrend und gehört zum DAX-Mittelfeld mit einem Börsenwert von 29 Milliarden Euro. Am Freitagvormittag erreichte die Infineon-Aktie einen Wert von 25,76 Euro und damit den höchsten Stand seit 2002. In den vergangenen fünf bzw. zehn Jahren belaufen sich die Kursgewinne bereits auf 290 bzw. 340 Prozent. 14 der 22 von der Finanz-Nachrichtenagentur befragten Experten gehen von weiteren Kursgewinnen aus und geben eine Weiterempfehlung.   Rund 25 Millionen Euro besitzen alle frei verfügbaren Infineon-Aktien derzeit an Wert. Dabei beläuft sich die Marktkapitalisierung bei der Index-Bildung auf 2,66 Prozent Anteil.


¹ https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/handelsstreit-trump-macht-bei-zoellen-ernst-peking-droht-mit-vergeltung-6291440
² https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/china-gibt-sich-im-zollstreit-mit-usa-stark-und-verhandlungsbereit-6294953
³ https://www.handelsblatt.com/finanzen/maerkte/marktberichte/dax-ausblick-die-boerse-stemmt-sich-gegen-den-handelskrieg/22697660.html
https://www.finanzen.net/nachricht/aktien/starkes-wachstum-hohe-marge-chipboom-treibt-infineon-aktie-an-6292757
https://www.welt.de/finanzen/boerse/article177683670/Dax-laeuft-besser-als-Infineon-Aktie-macht-dritten-Tag-in-Folge-Verluste.html

Marktüberblick

Indizes

Der DAX startete verhalten mit einem kleinen Plus von 0,38% in die vergangene Handelswoche. Die meisten Trader warteten auf die Entscheidung der EZB am Donnerstag, um sich entsprechend zu positionieren. Mit der Verkündung der EZB ihr Quantitative Easing Programm zu beenden, kam merklich Volatilität in den Markt ¹ und der DAX, wie auch der EUROSTOXX 50 schlossen deutlich im Plus mit 2,37% bzw. 1,73%.  Zum Ende der Handelswoche vermieste US-Präsident Donald Trump mit der Ankündigung von Strafzöllen gegen China die Stimmung der Anleger. Auch der große Verfallstag von Optionen und Futures auf Aktien und Indizes, der sogenannte „Hexensabbat“, sorgte für Kursschwankungen am letzten Handelstag der Woche. Der Dax verzeichnete damit auf Wochensicht ein Plus von 197 Punkten (+1,54%) und schloss knapp über der Marke von 13.000 Punkten mit 13.010 Punkten. Der EUROSTOXX 50 Schlusskurs lag bei 3505 Pkt.. Damit stieg er um 1,56%.
Die beiden größten amerikanischen Indizes S&P500 und DOW JONES INDUSTRIAL AVERAGE gaben am Freitag deutlich mehr nach und verloren auf Wochensicht 0,50% bzw. 1,18%. Der NASDAQ 100 zeigte sich unbeeindruckt und erklomm ein neues Allzeithoch von 7255.76 Punkten. Auch der RUSSEL 2000, der die Entwicklung von 2000 US-Small Caps nachvollzieht, setzte den Aufwärtstrend der letzten Wochen fort und markierte ein neues Allzeithoch bei 1683.97 Punkten. ²

 

Währungen

Bei Gold dominierten weiterhin die Bären. Seit Anfang der Woche verlor der Goldpreis rund 20$ pro Unze und damit auf Wochenbasis 1,55%. Der Verfall des Goldpreises ist zum einem auf den Anstieg der Renditen von Staatsanleihen zurückzuführen. Damit verliert das zinslose Gold zunehmend, als sicherer Anlagehafen, an Attraktivität gegenüber festverzinslichen Wertpapieren. Aber auch die Stärke des US-Dollars dämpft die Nachfrage nach Gold.³
Der Preisverfall bei Öl setzte sich auch in der letzten Woche fort. Die beiden Sorten WTI und Brent verloren 2,14% bzw. 4,25%.

 

Rohstoffe

Auch bei dem Währungspaar EURUSD wurde auf die Entscheidung der EZB gewartet. Somit verlief der Kurs in den ersten Handelstagen in einer engen Seitwärtsbewegung. Mit Bekanntgabe der EZB stürzte das Währungspaar um knapp 2% ab und ging mit einem Minus von 1,41% in das Wochenende.

Eine spannende Handelswoche wünschen,

Claudia Baumann und Maximilian Gauglitz


¹ https://de.investing.com/analysis/ezb-lautet-ende-ihres-qeprogramms-ein-und-der-dax-freut-sich-200224221
² https://www.tradingview.com/chart
³ https://boerse.ard.de/anlageformen/rohstoffe/gold-fast-auf-jahrestief100.html
https://boerse.ard.de/anlagestrategie/konjunktur/ezb-kuendigt-kurswechsel-an100.html

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